Praktisch und schön: Die Accessoires im Sommer 2011
Artikel | Mode
Geschrieben von: Redaktion am Donnerstag, den 10. Februar 2011 um 00:00 Uhr   

Praktisch und schön: Die Accessoires im Sommer 2011

Frauen, die es praktisch mögen, können sich auf die Taschen der diesjährigen Frühjahrs- und Sommersaison freuen. Denn neben dem kurzen Griff direkt am Modell bieten quasi alle gängigen Hersteller große, mittlere und kleine Taschen nun mit einem zusätzlichen Riemen an, so dass man sie wahlweise unter die Achsel geklemmt, über den Unterarm gelegt oder ganz bequem über der Schulter tragen kann. Selbst bei Clutches gehe der Trend zum Extra-Riemen, sagt Lisa Horndasch, Mitglied im Verband Deutscher Mode- und Textildesigner in Würzburg.

Handtaschentrends 2011Es herrscht weiterhin eine große Bandbreite an Taschen-Modellen in allen Größen. Neu sind, etwa zum Einkaufsbummel, lässige, geräumige Beutel mit sportiven Details. „Hochformatige Shopper zeigen sich mit funktionalen, voluminösen Außentaschen“, hat Claudia Schulz vom Bundesverband der Schuhindustrie in Offenbach beobachtet.

Statt XXL-Modellen sind nun zudem mittelgroße Taschen im Vintage-Look angesagt. Grobe Nähte, Abgestepptes oder Patchwork dürfen diese zieren, erläutert Horndasch. Das kann durchaus auch rustikal aussehen, wie bei Bree oder Jost mit Taschen im Stil der Jagd-Mode. Picard bietet dazu passend lederne Zugbeutel an.

„Angesagt sind gewaschenes Leder, bewegte Oberflächen und weiche Materialien“, sagt auch Schulz. Daneben werden verstärkt Taschen aus Velours und Canvas, einem äußerst strapazierfähigen Leinenstoff, in Naturtönen wie Sand, Khaki und Cognac angeboten. Auch beim Reisegepäck ist grobes Canvas kombiniert mit Lederhenkeln im Kommen.

Der modebewusste Mann greift weiterhin zu Umhängetaschen, genannt Messenger-Bags, sowie kleinen Reisetaschen namens Weekender und sonstigen Multifunktionstaschen. Die neuen Modelle, etwa bei Daniel Hechter und Mango, sind lässig und schick zugleich. Gewachstes Vollrindleder, auffällig genarbte Oberflächen und eine lässige Formensprache lassen diese Männertaschen wie Schul- oder Referendartaschen wirken. Dem urbanen Lebensstil werden sie durch herausnehmbare Taschen für Laptop und Blackberry gerecht.

„Rucksäcke, die auch als Taschen getragen werden können, Seesäcke und hochformatige Taschen mit breiten Canvas-Gurten spielen auf das Thema Abenteurerlust an“, sagt Schulz.
Die Taschen für Frauen zeichnen sich vermehrt durch hochwertige Flechteinsätze aus, wie bei Bottega Veneta zu sehen. Prada wiederum macht die 70er Jahre Batik-Optik wieder salonfähig.

Neben kräftigen Lederfarben sind besprühte Leder- und Steintöne wie Grau, Beige und Kittfarben angesagt. Die Sommerfarben sind Türkis bis Azur. Die seit langem beliebten, blau-weiß gestreiften Strandtaschen werden mit Knotendetails in Cognactönen aufgepeppt, sagt Jutta Türk, Leiterin der Abteilung Lederwaren und Strümpfe bei Galeria Kaufhof in Berlin.

Handtaschen TrendsAn die Stelle der zuletzt beliebten, verspielten Glitzer-Details treten nun einfachere Applikationen. „Der neue Luxus heißt Simplizität“, sagt Schulz. Das bedeute: klare Formen, Minimalismus und Leichtigkeit durch zurückhaltende Farben. Dazu passe auch leichtes Nylon-Material, wie etwa in der aktuellen Kollektion von Mandarina Duck zu sehen, erläutert Türck.

Es zeichnet sich aber auch ein femininer, romantischer Trend ab: „Mittelgroße Taschen kommen mit Fältelungen in soften Materialien und dezenten Farben daher“, sagt Schulz. „Exklusive Materialien wie Rüschen oder Spitzen verleihen Clutches und Pochettes eine besondere Raffinesse.“ Görtz zeigt dies beispielsweise.

Diese zwei Stilrichtungen erkennt Nils Holger Wien, Experte für Farbe und Trend beim Deutschen Mode-Institut in Köln, auch bei anderen Accessoires. „Einerseits gibt es modernistische, schlichte Teile. Andererseits eine verspielte Richtung, die wir als 'Eskapismus' bezeichnen.“ Bei Gürteln etwa seien weiterhin breite, sehr dekorative Teile in leuchtenden Farben in. Aber auch schmale Varianten in schlichter, reduzierter Form gebe es in diesem Jahr in den Kollektionen. Diese Gürtel können überlang sein und durchaus zwei- bis dreimal um die Taille gewickelt werden.

Tücher sind in den klassischen Varianten, wie es Hermès vormacht, gefragt. Die neuesten Farbvarianten der Carré-Tücher sind hier tonangebend. „Die großen Tücher sind üppig und bunt bedruckt - exotisch, mit Blüten- und Tiermotiven etwa“, sagt Wien. Bei Männern dienen Schals und Tücher weiterhin als modischer Krawattenersatz. Die Materialien reichen von feinem Jersey über Seide bis zu ultraleichten, hochwertigen Wollmischungen.

An Ohr, Arm und Dekolleté dominiert Ethnisches und Exotisches: „Beim Schmuck sind das beispielsweise lange Ketten und große Perlen aus Naturmaterialien wie Holz. Auch Leder bleibt wichtig“, sagt Wien.

Außerdem sagt er einem eher warmen Kleidungsstück im Frühling und Sommer einen wahren Siegeszug zum modischen Accessoire voraus: „Socken und Strümpfe werden in diesem Jahr zum Blickfang.“ Man darf sie demnach ausdrücklich in Schuhen und Sandalen tragen, und sie können wie etwa bei Hudson knallbunt sein. „Sie dienen als Brücke zum restlichen Outfit“, erklärt Wien.
Das ist aber keinesfalls ein modischer Freifahrtschein für Liebhaber weißer Tennissocken. Denn als schicker Blickfang gelten lediglich hochwertige Strümpfe und seidige Socken.

 


By PLAVEB

aus liebe zum duft

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