Interlude MAN

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Ruhe, Vertrauen und Behaglichkeit

Bereits die Kopfnote ist Männlichkeit pur. Eine Männlichkeit jedoch, die ohne animalische Züge auskommt, denn das hat sie nicht nötig. Diese Männlichkeit überzeugt mit würziger Bergamotte, die offensichtlich nur als Bindeglied dient, um die Pfeffrigkeit der Gewürze zu verstärken.

Schnell zeigt „Interlude Man“ sein wahres Gesicht und öffnet sein Herz, das einem Füllhorn gleicht, randvoll von reichhaltigen und kostbaren Aromen. Eine schmeichelnde Melange aus üppigen Noten des Orients versprüht ihren Zauber und man spürt ihren pulsierenden Charme. Balsamische Myrrhe, Opoponax und Ambra sind kaum im Einzelnen auszumachen, umso aufregender ist die weich-würzige Gesamtheit.

Bildquelle: Flickr - John-Morgan

Dem anziehendem Dreigestirn Oud, Weihrauch und Sandelholz, wird hier und da noch ein wenig weiches Leder zugefügt und so kommt sie doch noch zum Vorschein: die verrucht rauchige kernig-markante Seite eines Mannes, der auch ein richtiger Kerl sein kann.

„Interlude Man“ fängt dort an, wo das quirlig-kompromisslose „Interlude Woman“ aufhört. In den unendlichen Tiefen der Fantasie und – in der Ruhe. Und liegt nicht dort, hinreichend bekannt, auch die Kraft? So muss es sein, denn „Interlude Man“ ist geballte Kraft und Stärke und ebenso knisternde und verführerische Männlichkeit in all ihren Facetten.

Angekommen sein. Vertrauen. Interlude.

Bildquelle: Flickr - jurvetson

Ein paar Sätze und Infos noch zu beiden.

Interlude Woman wurde kreiert von der Parfumeurin Karine Vinchon-Spehner, die für Amouage schon zwei Mal erfolgreich tätig war. So schuf sie bereits OPUS III und auch den wundervollen Memoir Man.

Mit ihrer Neu-Schöpfung „Interlude Woman“ wird sie für viel Gesprächsstoff sorgen, da bin ich sicher! Es gab selten einen Duft, der mich so ambivalent zurücklässt und von dem ich trotzdem sicher sagen kann: Mit dem bin ich noch lange nicht durch! Ich habe ihn bisher 4-5 mal getestet und vermutlich werden noch einige Male dazukommen, denn bei aller Dynamik und Kontrasten, ich persönlich finde Interlude extrem anziehend und reizvoll. Bildquelle: Flickr - jurvetson

„Interlude Woman“ ist kein liebreizender Frauchen-Frau-Duft.

Dieser florale Chypre hat es wahrlich in sich und findet seinen perfekten Gegenpool in einem würzigem Orientalen.

Pierre Negrin hat einen der schönsten Herren-Düfte geschaffen, den ich seit langem getestet habe und „Interlude Man“, mit seinen würzigen Holznoten, ist so ausdruckstark und facettenreich, dass man gar nicht mehr aufhören kann, daran zu schnuppern. Der Duft besitzt enorme Kraft und Ausstrahlung, so dass er locker eine Dusche übersteht und selbst noch nach vielen Stunden präsent ist. Hier gibt es kein Entrinnen, keine Flucht, „Interlude Man“ fesselt und macht – nennen wir das Kind ruhig beim Namen! – willenlos. Hier liegt der Reiz nicht im Fremden und Unbekanntem, nein, es ist der Reiz der Vertrautheit, der Interlude Man so unwiderstehlich macht. Nur echte und tiefe Vertrautheit strahlt gleichzeitig diese wohlig-lüsterne Behaglichkeit aus, die diesen Mann so anziehend macht. Wobei – mal unter uns, die Kategorie Herrenduft, ist Quatsch. Ich sehe „Interlude Man“ durchaus auch an starken Frauen.

Bildquelle: Flickr - familymwr

 

„Interlude Man“ in seiner reichen Komplexität, ruht in sich. Die Duft-Aura ist kreisrund und ähnelt gleichmäßigen-ruhigen Kreisen im Wasser. Und am Ende beginnt man ihn zu verstehen, diesen Dialog zwischen dem ungleichen Paar, in den mitternachtsblauen Flakons. Der reißende Fluss und der stille See. Ying und Yang. Tag und Nacht. Chaos und Ruhe. Mann und Frau. Du und ich. Alles wird eins.

Interlude. Reflexion. Innehalten.

 

 

Viel Freude beim Entdecken wünscht Euch
Evelyn

PS: Übrigens – wer auf die, bei Interlude Woman angesprochene, bittere Säure von ungerösteten Kaffeebohnen neugierig geworden ist, dem empfehle ich „Café Vert“  von Il Profvmo. In „Café Vert“ kann man diese ganz spezielle Note wunderbar herausriechen und kennenlernen.

Bildquelle: Flickr - jurvetson

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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