Himmlische Genüsse

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„Cielo“ ist ein unglaublich reicher Duft und er offenbart von der ersten Sekunde an, dass er Dich mitzunehmen vermag, mit auf eine Reise durch den goldenen Herbst. Es ist einer dieser Tage, an dem die Sonne noch einmal mit ganzer Kraft arbeitet, nachdem sie den frühmorgendlichen Nebel vertrieben hat. Gegen Mittag erreicht sie fast noch einmal frühsommerliche Temperaturen und die Menschen zieht es in den Mittagspausen hinaus ins Freie, auf die Parkbänke, in Cafés oder in den eigenen Garten.

An einem solchen Tag lassen wir uns die wärmenden Sonnenstrahlen ins Gesicht scheinen und laben uns an der sanften Energie, die die Wärme schenkt. Wohl wissend, dass die Tage kürzer und die Sonnenstunden immer rarer werden.

Solch ein sonniger Herbsttag eignet sich perfekt für einen Ausflug in die Weinberge! Als Kind einer Neckarstadt in Süddeutschland, bin ich inmitten idyllischer Weinberghänge aufgewachsen. Doch, wie so oft im Leben, erst seit ich das nicht mehr ständig um mich herum habe, weiß ich zu schätzen wie schön dieser Landstrich doch war. Vieles erkennt man als Selbstverständlichkeit an und nimmt es im Alltag kaum noch wahr. Als junger Mensch sogar noch mehr, man fühlt die Heimat eher als Fessel, statt als Anker und manchmal müssen viele Jahre vergehen, bis man diese Ansicht ändert. Heute empfinde ich beim Anblick von Weinbergen Wehmut und – ja, tatsächlich auch Heimweh. Weinberge sind Heimat, sind Zuhause, auch wenn ich längst nicht mehr dort wohne.

Ja, ein wenig Melancholie mischt durchaus mit, bitter-sweet sind diese Tage, bitter-sweet auch die Erinnerungen und die Gefühle.

Und so ist „Cielo“ von Napa Valley eines jener Parfums, das unglaublich viel Gefühl transportiert. Hier ist wieder einmal diese spezielle Gabe aufzufinden, womit ein reicher Duft es vermag uns auf die Reise zu schicken. „Cielo“ erzählt eine Gesichte und ist nicht nur das bloße Aneinanderreihen von Duftstoffen, wie man es leider bei modernen Düften oft findet. Dieser Kleinod, der ein echter Geheim-Tipp ist, offenbart soviel verborgene Intensität und Ahnung des Lebens, wie es nicht viele Düfte vermögen.

„Cielo“ ist dem Genuß gewidmet. Dem Genuß von Wein, gutem Essen und der Natur, mit ihrer Fülle und dem großen Reichtum. Dawn Spencer Hurwitz komponierte diesen Duft für Susan Kenward und ihren Mann. Susan ist eine berühmte Gourmet-Buchautorin und Unternehmerin und zusammen mit ihrem Mann besitzt sie ein großes Weingut im besten Califonischen Weinanbaugebiet.

Die beiden sagen über ihr Duft-Projekt: „Je mehr man sich mit dem Genuß von Wein, feinem Essen und der Natur verbunden fühlt, desto größer wird das Verlangen, all diese Sinneswelten auch in einem Duft zu vereinen. Duft erweckt Erinnerung und Emotion. Für uns bedeutet Cielo ein Geschenk. Wir teilen auf diesem Wege mit Ihnen die Schönheit und die sanften Gefühle unserer Heimat.” 

Richtig sympathisch und nett, gell? Und die Heimat also auch hier wieder, so so. Mir scheint, dass mich alljährlich zur Zeit der Weinlese tatsächlich das große Heimweh befällt… Ob ein Besuch längst überfällig ist? Möglicherweise. Doch schauen wir uns vorher noch zusammen „Cielo“ an. ;-)

Ganz frisch aufgesprüht empfinde ich „Cielo“ immer als ein wenig kratzig und sperrig, fast möchte ich zickig schreiben. Ich weiche etwas zurück und ärgere mich wie üblich darüber, dass ich nicht warten kann und meine Nase meist viel zu früh ins Handgelenk eintauchen lasse. Nachdem aber dieser scharfe Auftakt nach weniger als einer Minute vorüber ist, möchte man „Cielo“ tief inhalieren und jede Nuance auskosten und ja nichts verpassen davon!

„Cielo“ im Auftakt ist geprägt vom betörenden Duft des Seidelbast und einer unglaublich schönen grünen Frische, die Anfangs noch dominanter ist, im Verlauf jedoch immer weniger wird. Seidelbast und Duft-Wicken sind es also, die so herrlich duften und vor allem auch so neuartig anmuten, das ist nichts, was man so schon 50 mal gerochen hätte. Die grüne Frische ist lebendig und auch belebend, so mag ich das in Düften sehr. Zugunsten von honigwarmen Noten, wird das Grün immer weniger und das lieblich nach Honig duftende Geißblatt übernimmt die Führung. Aber – was ist das? Es ist ja noch immer so schön grün, trotz der leichten, filigranen Süße, woher stammen nun die Grün-Noten? Es müssen die Weinblätter sein, die so andersartig duften und „Cielo“ seinen so eigenwilligen Charakter verpassen.

Weinblätter in einem Duft? Gab es das vorher schon einmal irgendwo? Ich glaube nicht. Oder kennt jemand einen Duft mit Weinblättern?

Ungewöhnlich, sehr ungewöhnlich sogar, aber gut ist das, richtig gut!

Diese Weinblätter, die entfernt natürlich auch an Wein und Trauben erinnern, harmonieren übrigens ganz hervorragend mit den Feigenblättern, denn auch diese sind üppig eingesetzt und bringen ihre frischen Noten ein. Feigenblätter duften zwar nach Feigen, jedoch eher nach grünen und fast unsüssen Feigen. Wann immer Feigenblätter verwendet wurden, fehlt meist diese kokosartige Süße, die Feigendüfte schnell mal abbekommen. Bei „Cielo“ ist die samtweiche Süße eher hell und honigartig-zart und stammt von nach Honig duftenden Blüten, es ist also keine sirupartige Süße, sondern eine sehr dezente und sonnengereifte Süße.

Am Ende halten sich Geißblatt und grüne Feigenoten freundschaftlich die Balance und keiner der beiden dominiert den anderen. Von irgendwoher blüht Jasmin auf, allerdings nicht betäubend, sondern alles erinnert an eine sanfte Brise, die unbeschwert durchs knisternde Weinlaub und über die Weinberge tanzt.

Milde gestimmt bleibe ich zurück, betrachte „Cielo“ noch lange und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen. Vielleicht wieder dort, dem Himmel so nah, auf der Bank am Kapellchen, in der milden Herbstsonne sitzend, mit Blick auf die bunt gefärbten Blätter des Wengert. Wohl wissend, dass bald ein rauer Wind pfeifen wird, der die Wehmut und den Duft der reifen Trauben hinweg trägt, weit hinaus in die Welt…

Seid Ihr neugierig geworden auf „Cielo“ oder kennt Ihr ihn schon?

Kommt gut in die neue Woche,
Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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