Ein bisschen Frieden…

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oder eher ein bisschen Inspiration? Das ist es nämlich, was ich mir gerade wünsche. Oder sollte ich eher nach Klarheit und Unvoreingenommenheit rufen? Wie auch immer: Manche Presse-Mappen sind eher hinderlich und fast schon in die Irre führend.

Die Düfte von S4P sind kürzlich in den deutschen Shops gelandet und somit auch in meinem Briefkasten. Mit dabei, die tendenziell verwirrenden Beschreibungen.

Okay, die Idee hinter S4P (Science for Peace), die ist noch gut nachzuvollziehen und diese habe ich bereits schon einmal in Worte gefasst:

Die Absicht dahinter ist, dem Welt-Frieden olfaktorischen Ausdruck zu verleihen, auf eine Art und Weise, die einzigartig und universell ist und dabei einen hohen Widererkennungswert besitzt. Die vier wertvollen Essenzen, allesamt entstanden aus hochwertigsten Ingredienzien vielfältiger Blumen, Hölzer und Früchten, sollen Botschafter des Friedens sein. Die friedvollen Düfte wollen wie eine sanfte Brise unsere Herzen erreichen, uns erwecken und an die Macht des Friedens, die Schönheit des Daseins und die Innigkeit des gelebten Augenblicks erinnern.

Schön klingt das, finde ich. Und wäre ein wenig heile Welt nicht genau das, was wir uns wünschen? Zumindest in Bezug auf den Weltfrieden und deswegen muss man ja noch lange nicht zum bürgerlichen Spießertum überlaufen. Für manche Menschen wirkt die Bezeichnung „heile Welt“ wie ein rotes Tuch, deswegen mein Hinweis… 😉 Aber ganz im Ernst, diese Idee, die verfolgt wird mit den 4 Duft-Kreationen und auch das Engagement dafür, das mag ich.

 

 

S4P – Science for Peace

 

„Science for Peace“ ist ein Projekt, das zur Erreichung seiner Zielsetzung mit der Welt der Bildung, den öffentlichen und privaten Akteuren auf dem Gebiet der Forschung sowie mit der Welt der Information zusammenarbeitet. Science for Peace wurde auf Initiative der Stiftung Umberto Veronesi ins Leben gerufen, um wissenschaftliche Lösungen für den Frieden vorzuschlagen und umzusetzen. Dem Appell sind neben Wissenschaftlern aus der ganzen Welt und zahlreichen Persönlichkeiten der internationalen Kultur auch 21 Nobelpreisträger gefolgt.

 

Das Projekt „Science for Peace“ hat sich der Verwirklichung zweier großer Zielsetzungen verschrieben: der Verbreitung einer Kultur des Friedens und der Überwindung von Spannungen zwischen den Staaten sowie der progressiven Verringerung von Atomwaffen und militärischen Ausgaben zugunsten höherer Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Geteilter Meinung kann man sicherlich über das Flakon-Design sein. Immerhin wurde damit einer der bekanntesten italienischen Designer, Simone Micheli, beauftragt. Die weiße Taube, Sinnbild und Symbol des Friedens, was lag näher, als genau diese auch ins Design einfließen zu lassen? Wenn schon Friedensmission, dann aber richtig, bitte. 😉


Hiermit wird es dann schon schwieriger:

Getragen von diesem Gedanken begann eine gemeinsame, schöpferische Reise, an deren Ende vier berührende Essenzen stehen. Die Namen Kreationen wurden gewählt nach den vier himmlischen Winden, die sinnbildlich unsere Erde umarmen.

Wie genau wollen sie das verstanden wissen, die Gründer von S4P? Was genau hat es mit diesen vier Winden auf sich?

S4P umschreibt die vier Winde folgendermaßen:

Lawaan

Westlicher Wind der arabischen Länder. Laawan ist „der Helfer‟, da er den Bauern durch sein Wehen dabei hilft, die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein warmer und beruhigender Wind – von der Sonne erwärmt, deren Energie er unter die Menschen und in die Natur bringt, um ihr Üppigkeit und Blüte zu verleihen.

Aurisse

Der französischen Küste eigener Wind, der überraschend und ungestüm auftritt und nach prächtigen, warmen Sonnentagen eine baldige, unvorhergesehene Wetteränderung ankündigt. Weht vom Meer her mit 15-20 Knoten, kühlt die Luft ab und trägt einen intensiven Duft mit starken Noten von Ozon.

Skiron

Skiron (oder Skeiron) ist der griechische Gott des Nordwestwindes. Sein Name ist von Skirophorion abgeleitet, dem letzten der drei Frühlingsmonate des attischen Festtagskalenders. Er wird als bärtiger Mann dargestellt, der einen bronzenen Behälter trägt, und symbolisiert den Winteranfang.

Sharky

Aus Osten oder Südosten wehender, für Marokko typischer Wind. Dieser häufig im Sommer auftretende, warme und trockene Wind ist von einer ausgesprochenen Beharrlichkeit geprägt. Er kann für das Saharagebiet charakteristische Temperaturen aufweisen. Im Winter tritt der Wind weniger häufig auf und ist sehr kalt.

So und jetzt kommen wir zum schwierigen Teil. Meiner Überleitung zu den Duft-Kreationen nämlich. Hier empfinde ich die Beschreibung der Winde nämlich zumeist unpassend und verwirrend, aber schauen wir sie uns einfach mal gemeinsam.

Beginnen wir mit „Lawaan„, den ich persönlich sehr mag. Ein wenig ist er so, wie ich mir im letzten Jahr den neuen Santal Massoïa von Hermès erwartetet und vorgestellt hatte. Milchig, harzig, würzig, samt-weich, sonnig-warm, skinnig und schmeichelnd. Die Herznote, mit Iris, Jasmin und hellen, kuscheligen Hölzern, ist es also, die hier so Eindruck bei mir schindet. Ein leiser und behutsamer Duft, der trotzdem eine schöne Ausdruckskraft hat und einen ganz eigenen Zauber besitzt.

Aurisse“ hat eine helle Unisex-Gestalt und gehört (für meinen Geschmack) in die wärmere Jahrszeit. Dann, zum passenden Wetter aufgetragen, wird daraus ganz sicher ein herrliches Hesperiden-Vergnügen!  Petitgrain, Bitterorange, Limette und Grapefruit tummeln sich fröhlich und korrespondieren vorzüglich mit der hauch-feinen Schärfe von Rosa Pfefferbeeren, Basilikum und harzigem Weihrauch. Kühlend, erfrischend und irgendwie erhaben. Wisst Ihr, woran er mich ein klein wenig erinnert? An „Still Life“ von Olfactive Studio. Dieser hatte für mich leider Nerv-Potentital. Ich weiß, ich weiß, alle anderen liebten ihn, aber ich konnte nicht mit ihm. Dafür wird nun „Aurisse“ im nächsten Frühjahr noch einmal ausgiebig getestet!

Skiron“ entwickelt sich zum feinen Leckerchen, der gut zur winter-abendlichen Kuschelstunde auf die Couch passt. Zimt, Salbei, Nelke und Myrrhe sind die Gewürze, die hier für besonderes Flair sorgen. Keine Bange, das wird nicht zum Xmas-Keks, auch wenn es sich vielleicht auf den ersten Blick so liest! Dass dem nicht so ist, das ist hauptsächlich den Rosen und Glyzinien zu verdanken, die ein wenig florale Leichtigkeit spendieren. Die Basis ist kuschel-warm mit edlen Hölzern versehen und ein Schuss Vanille tut der Seele gut.

Ein Friedensbotschafter bleibt uns noch – „Sharky„. Dieser ist der lieblichste Duft der Reihe und hat eine ganz und gar feminine Energie. Flieder und Rosen, dazu ein paar kontrastierende Feigenblätter im Auftakt, machen gute Laune und neugierig auf Mehr. Diese Mehr gibt es dann in Form von Jasmin, Vanille und allerlei Hölzern. Einen klassischen Höhepunkt,  voller olfaktiver Geheimnisse, kann ich keinen erkennen, „Sharky“ bleibt lieblich, ein wenig mädchenhaft, unschuldig, hell, brav und angepasst, versöhnlich  – friedlich. Mission erfüllt also.

Erwähnenswert finde ich außerdem, dass die Düfte auf dem Papierstreifen ziemlich schnell verpufften und man sie nach nur kurzer Zeit kaum noch wahrnehmen konnte. Ganz anders jedoch auf der Haut, dort empfand ich eher so, dass sie sich intensivierten durch die Wärme des Körperkontakts und sie nach ca. 30 Minuten tatsächlich noch mal richtig Gas gaben und stellenweise spannende Facetten preisgaben. Ein wenig Geduld ist also gefragt. Wobei sie schon alle eher körpernah bleiben, aber das ist ja kein Makel.

So, meine duftenden Friedensbotschafter, hinaus mit Euch in die Welt! 🙂

Fried-fertige Grüße
Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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