Feuerzeichen – Tiziana Terenzi

Die bereits vor 40 Jahren gegründete Cereria Terenzi fertigt noch heute im Sinne der Familientradition Kerzen und ist einer der wichtigsten Wachsproduzenten Italiens, sogar Europas. In der Cereria Terenzi erkannte man visionär, schon früh die Werte der Natur und auch die Verantwortung, die wir Menschen ihr gegenüber haben und erfüllen müssen. Die Umwelt zu schonen und an die Gesundheit der Menschen zu denken, die mit den Produkten in Berührung kommen, das entsprach damals schon den Werten des Hauses Terenzi. In der heutigen Zeit sind solche Maßstäbe weit verbreitet und bei einem Großteil der Firmen sieht die die Philosophie Nachhaltigkeit und verantwortungsbewusstes Handeln vor, damals war man damit weit seiner Zeit voraus und galt als sehr innovativ und wegweisend.

Tiziana und Paolo Terenzi, die beiden Kinder des Gründers Evelino Terenzi, setzen sich bewusst für die Umwelt und die Gesundheit ihrer Kunden ein und forschen stetig an Produkten, die bestens verträglich sind. Tiziana Terenzi, Leiterin, Design- und Kreativchefin sagt hierzu: „Eine Kerze ist Schönheit, man kann Schönheit nicht erschaffen, wenn man nicht gleichzeitig auch das Wohlbefinden erschafft. Schöne Dinge müssen zugleich gute Dinge sein.“

So erhielt die Cereria Terenzi im Laufe der Jahre bereits zahlreiche Auszeichnungen, wodurch ihre ethische Einstellung gewürdigt wurde und die Air Therapy Duftkerzen (dort sind die vier Feuer-Düfte auch als Kerzen vertreten!) prämiert worden sind. Die Geschwister sind stolz darauf, dass sie das Familienerbe im Sinne ihres Vaters weiterführen können und setzen dabei einerseits auf traditionelles Handwerk, anderseits auf neuste technologische Kenntnis.

Ganz im Sinne des traditionellen Handwerks geht die Marke Tiziana Terenzi jetzt mit vier Extrait de Parfums an den Start.

„Die hypnotische Kraft und Schönheit des Feuers sind immer präsent in unserem Leben und diese verbindet uns mit einer großen symbolischen Kraft, aber auch mit unseren Gefühlen und mit der gesamten Schöpfung. Die vier neuen Düfte verkörpern die vier Phasen der sich selbst verzehrenden Reise des Feuers.“

Die gesamte Linie ist ein und dem selben Thema gewidmet, nämlich dem Feuer. Feuer spielt für die Terenzis immer schon eine große Rolle, leicht verständlich im Zusammenhang mit Kerzen als Kernkompetenz. Die neu lancierten und von Paolo Terenzi kreierten Parfums beschreiben verschiedene Reisen – alle im Zeichen des Feuers. Mit ihrer Kollektion möchten die Terenzis die unterschiedlichen Seelen und Energien des Feuers erleben lassen.

“Fire may be represented as the destroyer of all sophistry, and as the image and demonstration of truth; because it is light and drives out darkness which conceals all essences.” (Leonardo da Vinci)

Feuer als Thema einer Duft-Kollektion? Gab es das schon mal? *nachdenk* Wie auch immer, ich finde das Thema superschön und der anziehenden Faszination des Feuers kann auch ich mich nicht entziehen. Also bin ich mächtig gespannt, was die Terenzis uns im Zeichen des Feuers präsentieren.

Beginnen möchte ich mit „White Fire„, der sich dem Bild eines Feuers im tief verschneiten Winter widmet. Die Kopfnoten sind irgendwo im Netz beschrieben mit „Grüne Blätter, frisches Eis und Sauerstoff“. Oha! Das liest sich spannend und zumindest kann ich mir gut vorstellen, dass mit diesen ungewöhnlichen Noten (wenn sie es denn wirklich sind!), das Thema passend angegangen wurde. Mutig besprühe ich gleichzeitig Papier und Handrücken und stelle sofort fest, dass diese imaginäre Schnee-Note tatsächlich sehr schön umgesetzt wurde.

Denkt man an Schnee in Bezug zu Parfums, gibt es 2-3 Parfums, die einem dabei sofort einfallen, mir geht’s zumindest so, Euch auch? Erster ist natürlich die Love-or-Hate Puder-Wolke „Teint de Neige“ von Lorenzo Villoresi. Das ist natürlich ganz schön starker Stoff und genau das Gegenteil davon hat Monsieur Ellena für die Malle Edition mit „L’Eau d’Hiver“ geschaffen. Wo der eine einen streckenweise fast erschlägt, da ist der andere ein echter Leisetreter und so kunstvoll-zart gewebt, wie es eigentlich nur Ellena vermag. Irgendwo dazwischen siedelt sich dann noch „White Out“ an, aus dem italienischen Hause Cerchi Nell’acqua.

„White Fire“ hat nichts mit diesen drei zu tun, er spricht seine ganz eigene Sprache. Obwohl – flüsterleise ist auch er, aber das sind dann schon die ganzen Ähnlichkeiten. „White Fire“ ist schwer greifbar, flüchtig im Sinne von ätherisch und leicht. Die Moleküle tanzen beschwingt um mich herum und machen sich einen Spaß daraus mich zu necken. Mal meine ich etwas tuffiges, wattiges zu erhaschen, mal sind es eher klar-frisch Aquatische Noten, dann wieder etwas was wie reine grüne Natur bei mir ankommt. Das was ich da wahrnehme, gefällt mir jedoch sehr.

Auf meiner Haut kommt „White Fire“ schneller zur Ruhe, besser gesagt zur Herznote, als auf dem Papier. Dort überwiegt die Frische, die sich auch kaum verändert und ewig lange so bestehen bleibt. Damit hätte sich „White Fire“ bei mir eigentlich ins Aus gekickt. Gut also, dass hier die Papier-Haut-Diskrepanz groß ist.

Und obwohl dann Jasmin mit ins Spiel kommt, bleibt „White Fire“ so klar, hell und zart wie zuvor. Eine großartige Veränderung ist nicht mehr auszumachen, außer dass alles ein wenig wärmer, so wie auch Feuer im Schnee seine Umgebung trotz aller Eiseskälte erwärmt und manchmal auch zum Schmelzen bringt.

Das ist ein so zarter, leiser und zärtlicher Duft, der zum Träumen einlädt und der so unschuldig und rein ist wie frischer Schnee.

XIX March“ fand Inspiration in einem uralten Brauch, dem Fest der Tagundnachtgleiche. Der 18. März ist der Tag, an dem  traditionell ein Lagerfeuer veranstaltet wird um den Winter zu verabschieden und den Frühling willkommen zu heißen.

Den Dämonen und Geistern des langen Winters rückt man hier zitrisch-frisch und krautig zu Leibe. Der alljährliche Frühjahrs-Putz kommt mir in den Sinne, bei dem ja auch solch immense Energien freigesetzt werden und so manch einer, der in diesem Zusammenhang auch Salbei-Zöpfe verbrennt und damit räuchert, wird genau wissen was ich meine. „XIX March“ ist so kräftig energetisierend, dass es mich kaum auf meinem Bürostuhl hält, viel lieber möchte ich jetzt durchs Haus tanzen oder zumindest eine große Waldrunde drehen. Die kräftige orangig-minzige Mischung hat wirklich eine grandiose Wirkung und geht glatt als Aromatherapie durch.

Auch die Herznote mir ihren zarten Lavendelnuancen, die gespickt sind mit wenig Zimt und Nelke ist traumschön. Die Duftaussage verändert sich dahingehend, dass es nicht mehr zitrisch-frisch bleibt, sondern sich ins krautig-würzige wandelt. Das sanft lodernde Feuer nimmt sich sämtliche Hölzer, die zur Verfügung stehen und die Sandelhölzer duften dann mit Vetiver und Zedern um die Wette.

Die Umgebung ist noch ein wenig kühl während des Tagundnachtgleiche-Feuers, aber das Lagerfeuer hüllt alles in wohliges Genießen und verbreitet würzige Rauchschwaden, die nach Kräutern duften. Irgendwo erklingt eine Gitarre und jemand singt mir engelsgleicher Stimme ein altes Volkslied an.

Lagerfeuer-Romantik pur. Auch für diejenigen, die rauchigen Parfums normalerweise nichts abgewinnen können, da hier die feinen Kräuter-Noten überwiegen.

Na Ihr Lieben, was meint Ihr? Das lässt sich doch mal richtig gut an, oder? Kennt Ihr die Kerzen von Tiziana Terenzi, kanntet Ihr die Marke überhaupt schon?

Morgen gehts weiter mit den beiden verbleibenden Düften, die dann übrigens die dunkle Seite des Feuers symbolisieren sollen.

Bis morgen also und herzliche Grüße
Eure Evelyn

Von Evelyn

Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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