Hors Là Monde – Nicht von dieser Welt…

Hinter Hors Là Monde (gesprochen: Orlamonde) steht die französische Designerin Symine Salimpour, bekannt durch ihre wunderschönen, farbenfrohen und formstarken Schmuckstücke. Sie sah sich zu ihrer Parfumlinie inspiriert von einem besonders schönen Schloss, dass in den Klippen über Nizza thronte. Jenes Schloss wurde 1930 vom belgischen Dichter und Schriftsteller Maurice Maeterlinck erworben und er gab ihm den Namen „Orlamonde“.

„Orlamonde“ steht für Symine Salimpour für etwas, das so besonders ist, dass man es kaum in Worte fassen kann. Orte, Plätze und Gegenstände voller Magie sind es, die sie inspirieren und die auch uns Inspiration schenken sollen. Jeder Mensch besitzt in seinem Innern solch eine magische Burg oder ein Schloss, zu dem er nach Belieben reisen kann, um die besondere Schönheit und Anmut des Daseins zu erleben. Sinnliche Reisebegleiter können hierbei Parfums sein, die das olfaktorische Erleben in den Vordergrund stellen und den Raum öffnen für die Geschichten und Gedanken hinter den Düften. Symine Salimpour  ist überzeugt davon, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt.

Ihren Kreationen verlieht sie den Namen „Shiloh“, was hebräisch ist und „sein Geschenk“ bedeutet. Kurioserweise erlangte Hors Là Monde bereits vor der Lancierung weltweite Aufmerksamkeit, war es doch keine andere als Angelina Jolie, die Klage einreichte und so versuchte den Produkt-Namen „Shiloh“ zu verbieten. Ihre mehr oder weniger zeitgleich geborene Tochter trug nämlich den selben Namen wie Symine Salimpour’s „Baby“ und Madame Jolie wollte das untersagen. Doch dieser Punkt ging an Hors Là Monde und die Düfte konnten ihren Namen behalten.

Durch die Parfum-Kollektion, die bisher aus drei Düften besteht, spinnt sich ein roter Faden, der von einer Liebe erzählt. Eine Liebesgeschichte, die so bitter-sweet anmutet, ganz so wie das Leben manchmal spielt. Einer kurzen, jedoch intensiven Begegnung in Paris, folgt ein imaginärer Briefwechsel und – wer weiß es schon, vielleicht ja irgendwann einmal doch ein Happy End?

Wie alles begann…

„Es war damals in Paris, bei einem Freund, als ich sie das erste Mal traf.

Wir beide liebten Paris, obwohl es eine irrationale Liebe war. Ich erinnere mich an das Funkeln in ihren Augen, allein wenn die Rede auf die Dächer und Brücken der Stadt kam. Doch plötzlich wurde das Funkeln in ihren Augen von einem Hauch Melancholie verdunkelt und sie fragte mich, ob ich von Orlamonde wüsste.

Sie wartete nicht auf meine Antwort und fuhr ernst fort.

„Orlamonde ist der schönste Ort der Welt… Orlamonde ist ein zauberhaftes Schloss, auf einer Klippe über der Französischen Riviera gelegen.

Von hier aus scheint der blaue Horizont unendlich zu sein, die Grenzen verschwinden und die Unendlichkeit wird geradezu greifbar. Vielleicht nannte es der Besitzer deshalb so. Denn wenn Schönheit so intensiv ist, würde sie dann nicht Raum und Zeit überwinden?“

Ich hörte ihr die ganze Nacht lang zu. Sie berichtete von Liebe, Unbeschwertheit, Schmerz und Lust. Eine Geschichte von Liebenden, die bereit waren zu sterben. Am nächsten Tag blieb ich im Restaurant, wo wir ausgemacht hatten, uns wieder zu treffen, aber sie sollte niemals erscheinen.

Der Wirt kam auf mich zu.

„Mr. Shiloh?“
„Ja“, antwortete ich verblüfft.
„Eine junge Dame hat einen Brief für Sie hinterlassen“, antwortete er.

 

 

„Mein Lieber Freund,

kaum haben wir uns getroffen, schon sind wir wieder voneinander getrennt…
Ich habe die gemeinsame Zeit sehr geschätzt, von einer anderen Welt zu träumen, und heute Morgen habe ich diesem Traum einen Namen gegeben: Hors Là Monde.

Warst Du es? War ich es? Oder war es Orlamonde, was in mir den Drang erweckte, nach der allumfassenden Schönheit zu suchen? Ich denke immer noch darüber nach…

Ich werde Dich niemals vergessen. Ich verspreche, jeden magischen Moment, den  ich erlebe, mit Dir zu teilen. Pass auch Dich auf, denn Zeit ist eine Illusion. 

Jetzt lasse ich Dich zurück, aber eines Tages werde ich Dich wiederfinden.

Adieu.“

Beginnen möchte ich heute mit „Shiloh„, denn „Shiloh“ ist ein Duft, der ein wenig wie das Gefühl des Angekommenseins ist. Angekommen beim Ich, beim innersten Selbst und ganz bei den eigenen Gefühlen. Vollkommen untypisch waren es die strahlenden, köstlichen Hesperiden, die mich in Null-Komma-Nix verzauberten und mir das Gefühl vermittelten, dass da eine Seite von mir ist, die ich lange schon vermisst hatte. Warum gerade „Shiloh„?

„Mein lieber Freund,

die Wüste hielt ihr Versprechen. Die Tage sind heiß und manchmal spüre ich die Kälte in der Nacht. Aber es ist Dein Parfum, das ich am meisten vermisse.

Oh, so viele Nächte, in denen ich in meinen Träumen versuchte, diesen Duft einzufangen.

War es nicht ein holziger, orientalischer, würziger Blütenduft mit Zitrusnoten, Hibiskus und frischen grünen Noten? Ich erinnere mich an ein Herz aus Rosen von Esfahan, an kostbare Hölzer und Zedernholz in einer Mischung aus Patchouli, Sandelholz, Weihrauch, Eichenmoos, Moschus und Vanille.

Ich werde bald mit einer Flasche zurückkehren, mit einem Duft, den ich nach Dir „Shiloh„, benannt habe. Mein Bild von uns – die besondere Verbindung aus Stärke und Zerbrechlichkeit – die mich an Dich bindet.“

Genau das ist es – die besondere Verbindung aus Stärke und Zerbrechlichkeit. „Shiloh“ ist ein leuchtender und hell strahlender Hesperidenduft, doch dazu noch soviel mehr! Die erfrischenden, gar köstlichen Zitrusnoten bestimmen zwar den ersten Dufteindruck und bleiben auch fast über den gesamten Duftverlauf präsent, doch erst durch die Körperwärme offenbart „Shiloh“ ihr wahres Herz und all ihre Schönheit.

Helles Goldgelb changiert mit tiefdunklen, amberfarbenen Balsamen und werden von einer erdiger Patchouli-Textur gekonnt ergänzt. Edelhölzer, samtene Rosen und orientalische Gewürze sind nicht zu bändigen und treiben einen fast in den Wahnsinn… Sophisticated und elegant einerseits, verspielt und unbeschwert wie ein heiterer Frühlingsmorgen anderseits, nur um gleich danach zur lasziven Verführerin zu werden.

Shiloh“ ist eine ausgesprochen aparte, fast schon klassische Schönheit. Feingeistig und poetisch, niveauvoll und doch voller schillernden Facetten. Sie überrascht jedes Mal aufs Neue mit ihrem hellen Strahlen und flutet alles mit Wärme und Licht, im nächsten Moment verwandelt sie sich in eine sinnliche orientalische Tänzerin, für die jeder Mann Kopf und Kragen riskieren würde.

Shiloh“ ist die bisher letzte große Duft-Kreation von Michel Roudnitska, dem nicht minder talentierten Sohn des großen Edmond Roudnitska. Unbedingt testen sollten all jene, die Lust auf einen ausdrucksstarken Hesperidenduft haben, der beschwingt durch den Tag reisen lässt und geheimnisvoll genug für den Abend ist.

Schmachtend, mal wieder…
Eure Evelyn

PS: Morgen geht’s direkt weiter mit „Lady Shiloh„, bleibt also unbedingt dran! 🙂

Von Evelyn

Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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