Keiko Mecheri – Savile

1

Zurückhaltende Eleganz

Auch Keiko Mecheri beehrte uns dieser Tage mit gleich zwei neuen Düften. „Savile“ ist einer der beiden und diesen stelle ich Euch heute vor.

Gewidmet ist „Savile“ einer Straße in Mayfair, im Londoner Bezirk City of Westminster. Die geschichtsträchtige Savile Row wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts zum Zentrum der exklusiven Herrenschneiderei. Dort hat auch der Begriff  Bespoke-Schneiderei seinen Ursprung und geht auf das Herstellen von Herrenanzügen auf Maß zurück. Die Anzüge wurden vorab  gemeinsam besprochen (deshalb Bespoke) und dann dem jeweiligen Käufer passengenau auf den Leib geschneidert. Kein Wunder also, dass die Savile Row auch als die „Goldene Meile des Schneiderns“ bekannt ist und schon viele berühmte Persönlichkeiten dort eingekleidet wurden.

 

Keiko Mecheri war fasziniert von diesen Hintergründen und sah sich zu einem Herrenduft inspiriert, der nun mit „Savile“ vorliegt. Und so nimmt es auch kein Wunder, dass ist „Savile“ genau das auch verkörpert: Eleganz und Zurückhaltung. Edles Understatement.

Und weil ich Stilbrüche meist so spannend finde, sehe ich ist „Savile“ eben nicht nur am klassischen Anzugträger! Nein, auch der ein wenig verwegen aussehende, jung gebliebene Mann von nebenan ist mit Keiko Mecheris ist „Savile“ perfekt gekleidet.

Leder und Leinen. Feiner Zwirn und abgeliebte Lederjacke. Alles ist möglich, alles kann, nichts muss. ist „Savile“ lässt Raum für die eigene Persönlichkeit. Unterstreicht diese charaktervoll, jedoch unaufdringlich und mit einer eleganten Zurückhaltung. Dieser Duft ist für Männer gemacht, die wissen wer sie sind, die sich bereits entdeckt haben und all ihre verborgenen Facetten ausleben. Männer, die das Leben bereits gelebt haben, von dem die Jüngeren noch träumen. Und doch – auch für Jüngere, die diesem Hauch von männlicher Nonchalance gewachsen sind. Erhabenheit und Noblesse ausstrahlend ist Keikos Neuer ein leiser Duft, der aber doch entdeckt werden will. Lautes Gebären und schrille Aufmerksamkeit hat diese edle Duft-Kreation nicht nötig. Man(n) duftet für sich und nicht um anderen zu imponieren. Nur wer nahe genug kommen darf, wird in den Genuss dieser Komposition kommen.

In der Kopfnote sind es vor allem Lavendel und Ambra, die die Szenerie bestimmten. Begleitet von einer feinen Würze, die mich an wenig an mediterrane Kräuter, von der Sonnen reich verwöhnt, erinnert. Thymian, aber in homöopathischen Dosen, eher nur als würziger Hauch wahrnehmbar. Der Lavendel strahlt kühle Eleganz aus und eben jene findet sich auch schnell im Herzen wieder.

Hier sind es pudrig-erdige Iris, Wildleder und Tabak, die betörend schön arrangiert sind. Fast bedaure ich ein wenig, dass „Savile“ so hautnah und zurückhaltend bleibt! Zu sehr gefällt mir das hier, ich würde mir wünschen, dass es ein klein wenig „mehr“ davon gäbe. Anderseits – genau dadurch wird „Savile“ zum waschechten Kuschelduft. Denn eine Nase, die einmal Fährte aufgenommen hat, ist kaum zu bremsen. Sie will erkunden und hineinkriechen in diesen Wohlgeruch. Die Mischung aus Geborgenheit und Verwegenheit ist genial gemacht. Süsslich-aromatischer Tabak sorgt für das heimelige Empfinden, während das streichelweiche Wildleder eher für die Sinnlichkeit sorgt. Genauso verhält es sich mit diesem Hauch rauchiger Vanille – vertraut aus der einen Seite, durch eine winzige Dosis Jasmin aber auch fremdartig und erregend.

Die Wärme nimmt kontinuierlich zu, wird immer unwiderstehlicher und lässt bald die gute Portion Männlichkeit nicht mehr leugnen. Seltsamerweise ist „Savile“ aber auch auf meiner Haut ein echter Brandstifter! Dort spielen die trockenen Hölzer eine eher untergeordnete Rolle, es ist dann eher diese traumhafte Iris-Leder-Tabak-Mischung, die mich verführt.

Ob er oder sie – egal! Hauptsache einer von beiden! 🙂

Viel Spaß dabei
wünscht Euch
Eure Evelyn

Share.

About Author

Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

1 Kommentar

  1. Du bist wirklich böse 😛
    Bei Herrenschneiderei und Männern hätte ich aufhören sollen zu lesen – aber Iris und Leder sind ja nun gleich zwei Reizworte.
    Bin von daher auch sehr gespannt auf den neuen Byredo-Streich (1996 – Inez & Vinhood) – hast Du den schon testen können?

Leave A Reply

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.