Parfums de Marly – Arabian Breed – Teil 2

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Auf dem Rücken der Pferde…

… ob darauf wirklich das Glück der Erde liegt, das kann ich nicht beurteilen. Wohl aber, dass Parfums de Marly mit ihrer Arabian Breed Collection eine ganz fantastische Linie herausgebracht hat! Bereits die beiden gestrigen Auftakt-Düfte (zum Artikel geht es hierlang) waren berauschend schön und unbedingt begehrenswert, schauen wir uns also an, was der heutige Test bereithält.

Beginnen wir mit – meinem absoluten Liebling! 🙂

Oajan ist pure Verführung und köstliche Lust!

Schon die Duftnoten lassen das Wasser im Mund zusammenlaufen, finde ich:

Kopfnote: Zimt, Honig, Osmanthus
Herznote: Benzoe, Labdanum, Ambra, Davana
Basisnote: Patchouli, Moschus, Vanille, Tonkabohne

Na, Ihr Schleckermäulchen, sabbert Ihr schon? 😉 Haha! Ich sehe das ganz genau, immerhin sitze auch ich gierend hier und kann kaum an mich halten, um nicht doch noch in meinen Arm zu beißen!

Hermès? Ambre was? Kilian? Who is Kilan? Können einpacken, braucht kein Mensch mehr, Oajan ist besser, so viel besser! Satter, sündiger, dickflüssiger, tausendmal köstlicher! Halva, Marzipan, Honig, Karamell, Amaretto und Pflaume in Schokolade. Mehr geht nicht, weniger wäre Frevel. Überraschenderweise duftet Oajan jedoch nicht nach Jahrmarkt und Kirmes, auch nicht nach Weihnachtsmarkt, sondern überaus erwachsen und lockend. Dieser Versuchung kann niemand widerstehen, muss auch gar nicht, denn diese olfaktorische Köstlichkeit ist garantiert kalorienfrei. Wohl nicht sündenfrei. 😉

Intensiv duftend, leuchtend goldgelb, dickflüssig und mit reizvoller Wolllust gespickt. Himmlisch! Ob das liebe Christkind da vielleicht noch was für mich tun kann? 🙂

Das Schlusslicht bildet Hamdani – im doppelten Sinne übrigens. Hier kann es nur eines geben: Love or Hate. Dazwischen ist kein Platz. Bei Hamdani fällt mir sofort der beliebte „Ist es zu stark, bist Du zu schwach“ Spruch ein. Ja, hier bin ich wohl ausnahmsweise einmal zu zart besaitet. Selten genug kommt das dufttechnisch vor, doch Hamdani zieht mir echt die Schuhe aus und haut mich weg. Bumm. Einfach so.

Woran mag es liegen? Werfen wir doch gemeinsam einen Blick auf die Ingredienzien.

Kopfnote: Myrrhe, Weihrauch
Herznote: Guajakholz, Honig, Gewürznelke
Basisnote: Benzoe, Leder, Papyrus, Sandelholz, Rauchige Noten, Styraxharz

Klingt ja erstmal nicht soooooo böse, oder? Und doch ist Hamdani der ungestüme, ungezähmte Araber-Hengst par excellence.

Die temperamentvollen Duftnoten springen mich förmlich an, fluten meine Sinne und vor allem meine Fantasie. Ich rieche sofort – Pferd. Stall. Schweiß. Leder. Viel Leder. Noch mehr Leder. Und all das ist gar nicht meins, aber wirklich gar nicht. Zur Ehrenrettung des Dufts muss gesagt sein, dass der Liebste sagt, ich würde übertreiben. Ihm gefällt Hamdani sogar irgendwie. Und das, obwohl er sonst eher empfindlich ist. Mir dagegen fährt Hamdani direkt in die Magengrube, ich kann nichts dagegen tun, ich er- und vertrage diesen Duft leider nicht.

Die animalische Ledernote, gepaart mit der gehaltvollen Gewürzerei, ist dermaßen intensiv und beeindruckend, so mutig werden Düfte selten dosiert. Zum Leder gesellen sich außerdem noch extreme Rauchschwaden (da ist sie wieder, die Schinkenräucherei meiner Kindheit im Schwarzwald) und alles in allem, ist das nur etwas für echte Liebhaber von knallharten Leder- und/oder Rauchfantasien. Die aber – soviel ist gewiss! – werden diesen Kracher lieben. Abgöttisch und ewiglich!

Ich bin raus. Kann mich leider nicht auf den Duft einlassen, ihn nicht erforschen, ihm nachriechen, nachspüren und ihn genauer aufdröseln. Sorry!

Trotz des Zurückschreckens vor Hamdani – das ja eher mit persönlichem Geschmack zu tun hat! – finde ich die Arabian Breed Collection sensationell schön! Ich bin total begeistert von der Fülle der Aromen, die sich hier zeigen und dem geneigten Duft-Liebhaber offerieren. Alle vier Duft-Kreationen zeichnet die enorme Qualität der Ingredienzien aus, die sich auch in der Langlebigkeit zeigt.

Wer ein Faible hegt für reinrassige Orientalen, der ist hier gut aufgehoben und wird den einen oder anderen Liebling garantiert entdecken.

Testen, meine Lieben, unbedingt testen!

Vielleicht landet ja noch ein Schätzchen auf Eurem Wunschzettel fürs Christkind? 🙂

Alles Liebe
und immer cool bleiben,
Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

1 Kommentar

  1. Oh ja, die Parfums de Marly. Bei meinen letzten Abfüllungen waren Safanad und Oajan dabei. Und Safanad hat sich sofort auf den ersten Platz der 2014 zu kaufenden Düfte gesetzt. Das ist für mich ein TRAUMHAFTER Duft und ich habe Deine Rezension nachgelesen. Du hast ihn so schön beschrieben. Ich bin hin und weg…

    Oajan – habe ich gestern getestet. Er ist auch traumhaft und beim gestrigen Fitnesskurs stiegen mir immer wieder Duftwölkchen in die Nase. Er ist natürlich viel zu schade für das Fitnessprogramm, aber so etwas schönes mit schweisstreibender Arbeit zu verbinden, hat doch auch seine Vorzüge, oder? 😉

    Die anderen Düfte habe ich noch nicht getestet. Hast Du per Zufall schon eine von den neuen Kerzen von Parfums de Marly geschnuppert?

    Safanad – nächstes Jahr wird der Duft bei mir einziehen. *seufz*. Oajan muss (leider) noch warten. Safanad ist für mich ein Immergeher, Oajan eher für Herbst/Winter.

    Liebe Grüsse,

    Barbara

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