Agonist – Solaris

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Here comes the Summer Sun

Agonist, das feine Label aus dem hohen Norden, hat sich mit all seinen Duft-Kompositionen mühelos in die Herzen der Parfumliebhaber geschlichen. Die Düfte sind immer besonders, nie dem Mainstream entsprechend und aufregend anders. Kein Wunder also, dass Fans der Marke immer ungeduldig mit den Hufen scharren, wenn eine Neuerscheinung ansteht.

Hinter Agonist steht übrigens das Kreativ-Paar Christine und Niclas Lydeen. Christine, die ursprünglich aus der Mode kommt und Niclas, der Künstler, sind zusammen Agonist und man spürt stets genau, mit wie viel Engagement und Liebe ihre duftenden Arbeiten kreiert werden. Die beiden leben ihren Traum und schaffen so einzigartige, außergewöhnliche Parfums. Bitte mehr von solch enthusiastischen kleinen Labels!

Solaris also ist der neuste Duft der Beiden. Und was liegt für Schweden näher als die Mitternachtssonne?! Ich freue mich wahnsinnig, dass das Kreativ-Duo den Midsommar und die Mitternachtssonne zum olfaktorischen Thema gewählt haben. Midsommar wurde ganz früher am 24. Juni gefeiert, bei uns als Johannistag und der Tag des letzten Spargels bekannt. In neueren Zeiten legte man fest, dass der Feiertag auf einen Samstag fallen muss, somit findet dieser alljährlich zwischen dem 20. und 26. Juni statt. Für die Schweden ist der Tag der Sommersonnenwende, nach Weihnachten, das zweitgrößte Fest des Jahres und ein wirklich ausgelassenes Spektakel, das groß gefeiert wird. Die kürzeste Nacht des Jahres ist eine Nacht voller Magie, um die sich viele Mythen, Riten und alten Sagen ranken. Elfen, Trolle und andere Geistwesen tanzen durch die Wälder und die feiernden Menschen verbinden sich mit ihren Kräften.

Das magische Midsommarfest ist Teil der Mitternachtssonnenzeit, die die Sommer im Norden prägen. Ist es nicht eine faszinierende Vorstellung, dass die Tage niemals enden, die Sonne endlos scheint? Das einmal zu erleben, steht unbedingt auf meiner Lebenszeit-To-do-Liste, ich denke, das muss man einfach einmal erlebt haben!

Eine olfaktorische Idee davon, schenkt uns nun Agonist mit Solaris. 🙂 Und wie riecht sie nun, diese endlose Sonne, diese sagenhafte Mitternachtssonne? Werfen wir einen Blick auf die Ingredienzien, die schon ein wenig darüber verraten:

Kopfnote: Pink Grapefruit, Zitrone, Mandarine, Schwarze Johannisbeere, Petitgrain, Schwarzer Pfeffer
Herznote: Ozonische Noten, Pfirsich, Ingwer, Litsea Cubeba, Galbanum
Basisnote: Tonkabohne, Benzoeharz, Labdanum (Zistrose), Patchouli, Ambra

Holla, die Waldfee, das klingt flirrend und prickelnd, ganz wie die Sonne selbst! Und so ist es auch vor allem diese wunderbare, kraftvolle Kopfnote, die mich vom ersten Moment an begeistert. Reife, saftigpralle Früchte tummeln sich großzügig dosiert, verschwenderisch fast, neben hauchzarten Pfeffer-Nuancen. Der Pfeffer ist so fein dosiert, dass er nur gerade noch so erkennbar ist, wobei er hauptsächlich die herbe Fruchtigkeit der Hesperiden unterstützt. Pink Grapefruit, Zitrone und Mandarine, es bleiben also keine Wünsche offen und der Obstkorb ist reich befüllt. Schwarze Johannisbeere (wieder einmal!) sorgt für diesen aparten, würzigen Touch, der ihr Eigen ist. Mir gefällt diese Beere im Parfum ja nicht immer – aber immer öfter, wie ich hier einmal mehr feststellen muss! Die herbsüße Säure ist doch sehr besonders und kitzelt aus so manchen Patner-Duftnoten noch ein wenig mehr heraus. Solaris begeistert also mit einer wirklich umwerfend schönen Kopfnote, die dazu einlädt heftig und oft drauflos zu sprühen. 😉

Doch auch das Herz braucht sich nicht zu verstecken, hier nimmt ein wenig die Wärme zu, es geht von gleißend Hellgelb über leuchtendes Gold hin zu saftigem Orange, noch immer mit viel Gelb, aber doch deutlich wärmer und etwas roter. Besonders Ingwer ist es, der diesen komplexen Eindruck erzeugt, zusammen mit dem rotbackigen Pfirsich, der mit samtweicher Haut und goldenem Fruchtfleisch lockt. Interessanterweise ist trotz der vielen Frucht-Akkorde nicht zuviel Frucht vorhanden, es dominieren im weiteren Verlauf eher die balsamischen, holzigen Zwischentöne, die eine bittersüße Melange erzeugen.

Aus der Basis schwappt früh schon, ein wenig mehr rötlich schimmernde, erdene Wärme herauf, gepaart mit der trickreichen Tonkabohne, die sowohl süßlich, als auch nussig duftet. Ich mag den Duftverlauf sehr, demonstriert er doch irgendwie auch den Verlauf der Mitternachtssonne, von gleißend hell, bis hin zu dunkler orangeroter Wärme, die leise und sanft ausklingt. Mit diesem Bild vor Augen, finde ich es dann auch gar nicht mehr schlimm, dass Solaris weniger spektakulär endet, als er begonnen hat. Ja, ich bin ehrlich, mir hat es besonders die lebhafte, junge Kopfnote angetan, doch lässt man sich darauf ein, dann entblößt auch der fließende Abschluss seine stille Schönheit, die auf wärmenden Balsamen und Harzen fußt.

Welch ein schillernden, lichtdurchlässiger, sonniger und unbeschwerter Duft Solaris doch ist! Changierend zwischen sanftem Licht und gleißender Sonnenwärme, golden glänzend und funkelnd wie die Sonne selbst. All das macht Solaris, dieses olfaktorische Sonnenbad, so unwiderstehlich sexy.

Solaris reiht sich mühelos in die Riege der schönsten Sommerdüfte 2014 ein und hat das Thema leichtfüßig und anschaulich umgesetzt.

Hattet Ihr schon das Vergnügen zu Testen? Falls nicht, dann unbedingt nachholen! 🙂

Viele liebe Grüße
Eure Evelyn

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Autor

Evelyn

Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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