Franck Boclet – Neuheiten – Teil 2

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Dichtgewebte Suchtstoffe

Gestern begeisterten uns bereits die ersten beiden Neuheiten aus der Kollektion von Franck Boclet. Die Rezension zur Nachlese findet Ihr hier, vielleicht hat sie ja jemand versäumt. Aber Achtung: ich bin seit gestern schock-verliebt. Tobacco lässt mich nicht mehr los und ich schnüffele permanent am Duftstreifen, der hier noch vor mir liegt… 🙂

Für heute bleiben uns noch zwei weitere Kreationen übrig, Chypre und Amber. Ob die beiden genauso zu begeistern wissen?

Chypre lockt mich dem Namen nach am wenigsten, wie immer, wenn ein Duft Chypre heisst. Persönliche Vorlieben müssen aber vor der Duft-Mission hinten anstehen und so wird selbstverständlich auch dieser Kandidat auf Herz und Basis geprüft. Immerhin liest sich doch auch hier die Duft-Pyramide viel versprechend:

Kopfnote: Bergamotte, Kardamom, Orangenblüte
Herznote: Rose, Jasmin, Tuberose
Basisnote: Patchouli, Ambra, Moschus

Oh mon Dieu, was ist das denn, so denke ich, als ich die Spur von Chypre aufnehme! Einem Füllhorn gleich, ergießen sich die Bestandteile mehr oder weniger auf einen Schlag. Saftige Fruchtigkeit, minimal geschärft durch Kardamom, honigartige Orangenblüten, pralle, samtene Rosenblätter, dunkelrot und intensiv nach Beeren duftend, Jasmin mit einem Hauch von Sexiness und dann noch – Tuberose. Jene so oft geliebte, immer wieder begehrte Fracas-typische Kaugummi-Tuberose. Satt und dicht gewebt, ein sinnliches Vollblut-Weib. Chypre ist sicherlich der femininste Duft des Quartetts. Zumindest auf den ersten Blick. Wenn sich dann aber die pralle Weiblichkeit ein wenig setzt, sie ein wenig gezähmt wird, dann lassen sich durchaus herbere Nuancen entdecken. Gleichwohl man ganz klar sagen muss, die Tuberose bleibt dominant, das muss man(n) mögen und auch tragen wollen, bzw. können. Wer aber als Mann immer schon mit solch einer prachtvollen Tuberose geliebäugelt hat, der wird hier nun vielleicht fündig werden. Dank der dunkelsinnlichen Basis, die mit dem Dreigestirn Patchouli, Ambra und Moschus, zwar das Rad nicht neu erfindet, dennoch aber zu begeistern weiß, klingt dieser opulente und reichhaltige Zauber leise und langsam aus.

Ach – und was ist nun mit dem Angstgegner Chypre? Nichts ist mit dem. Denn ich erkenne hier – glücklicherweise – keinen typischen Chypre-Verlauf. 🙂

Ob auch Amber für eine Überraschung sorgt und den Namen zum Narren hält?

Kopfnote: Lorbeer, Oregano, Ylang-Ylang
Herznote: Jasmin, Patchouli
Basisnote: Balsamische Noten, Vanille, Ambra

Amber zeigt schnell sein wahres Gesicht und entpuppt sich als sinnlich-opulente Orient-Pracht. Die würzige, krautig-blumige Kopfnote ist überaus aromatisch und oszilliert zwischen sanft-floraler Süße und krautig-herber Würze. Legt sich nicht ganz fest und das macht den Reiz auch aus. Auch der sich hinzu gesellende Jasmin sorgt für Ambivalenz, denn daneben stiftet Patchouli feinrauchige, erdige Sinnlichkeit und eine Prise Dekadenz. Alles duftet hier extrem edel, vornehm, nobel, teuer und hochwertig. Auf der Haut verschmelzen die Duftnoten zu einem Duftschleier, der gewebt, aus orientalischer Sinnlichkeit und balsamischer Wärme und Dichte. Ein wirklich herrlicher Suchtstoff!

Mir persönlich gefällt Amber auf der Haut des Liebsten einen Ticken besser, was aber nicht heißen soll, dass er nicht auch Frauen gut zu Gesicht stehen wird. Dank der weichen Ausstrahlung ist das nämlich durchaus ein Duft, der auch Frauen gefallen wird. Aber – Ihr wisst doch Ladies, man muss auch gönnen können! Also gönnen wir den Herren doch das eine oder andere neue Parfum-Leckerchen. 🙂

Na, was sagt Ihr? Habt Ihr schon getestet oder steht das noch aus? Welcher lacht Euch am meisten an? Mein Favorit ist und bleibt Tobacco, der hat es mir wirklich schwer angetan… 🙂

Viel Vergnügen beim Testen
und herzliche Grüße

Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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