Kolumne – Neuromarketing

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Neuromarketing mal anders – Düfte gegen Gewalt an Berliner Bahnhöfen?

Wenn wir plötzlich und quasi aus dem Nichts heraus, Lust auf bestimmte Lebensmittel, wie beispielsweise frisches Brot, saftige Orangen oder Vanillekipferl bekommen, dann liegt das nicht selten am raffiniert eingesetzten Duft-Marketing in Geschäften. Darüber, ob das legitim ist oder doch schon Manipulation, scheiden sich die Geister und oft erregt genau diese Diskussion die Gemüter. Allergiker argumentieren natürlich (und nachvollziehbar) dagegen, andere stört dabei eher, dass man selbst keinen bewussten Einfluss darauf hat. Ob wir es wollen oder nicht, wir werden immer mehr, immer öfter durch Düfte geleitet und nicht immer bemerken wir das.

Dass Düfte einen direkten Einfluss auf unsere Psyche haben, ist längst kein Geheimnis mehr. Aromatherapie boomt und wir alle hier wissen sehr wohl darüber Bescheid, wie Düfte auf uns wirken. Allerdings sind das dann eher Auswirkungen, die man selbst wählt und bestimmt, die auf einen persönlich zugeschnitten sind, bzw. mit den eigenen Vorlieben  konform gehen. New York macht vor, dass breitflächiges Neuromarketing auch zu ganz anderen Zwecken, als Kauflust weckend, eingesetzt werden kann.  Dort werden besonders stark frequentierte Bahnstationen dezent mit Vanille beduftet. Das soll nachweislich die Aggressionen senken und die Menschen dort gelassener im Umgang miteinander und im Umgang mit etwaigen Verspätungen und anderen Widrigkeiten machen. Die Beduftung sei so dezent, dass sie nur sehr subtil wahrgenommen werden würde, so heisst es. Und doch – es funktioniert offenbar. Gerade Vanille wirkt auf die allermeisten Menschen besänftigend, macht zufrieden, ruhiger und wird positiv empfunden.

Diese spezielle Form von Neuromarketing ist nun zumindest auch für Berliner S-Bahnhöfe im Gespräch. Die Berliner Verkehrsbetriebe sind dem Thema gegenüber noch eher skeptisch eingestellt.

Warum eigentlich? Durch Vandalismus kommen Millionenschäden zustande, Gewaltübergriffe und Kriminalität sind Alltag in Großstadt-Bahnhöfen. Eigentlich sollte man hier doch eher denken, dass jedes Mittel recht ist, um diese Zustände irgendwie zu ändern. Wenn durch Düfte Kaufanreize ausgelöst werden dürfen, warum wird dann die positive Form von Neuromarketing nicht viel öfter und konsequenter praktiziert?

Berliner Luft – bald friedlich und besänftigend in den S-Bahnhöfen?

Was haltet Ihr davon?

Viele liebe Grüße
Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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