eSENSielle – In the Woods – Teil 2

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Eine Hommage an die Mystik und Kraft des Waldes

Wie eng verknüpft bei mir die eigenen Erinnerungen mit dem Duft des Waldes sind, habe ich Euch bereits am Freitag im ersten Teil erzählt.

Heike Jeannette Hegmann möchte mit ihrem Label eSENSielle genau das aus jedem von uns herauskitzeln. Erinnerungen, vielleicht längst verloren und vergessen geglaubte, nach oben ins Bewusstsein holen. Deshalb ist „connect to your senses“, nicht einfach nur ein Slogan, der die Marke ziert. Nein, das ist Programm bei eSENSielle.

L´Essence“ sagen französische Parfümeure, wenn sie über den Duft sprechen. „Les Sens“ nennen sie die Sinne, deren machtvollster der Geruchssinn ist. Und „L´Essentiel“ ist das Wesentliche, das, was im Leben wichtig ist. Spielerisch verbindet eSENSielle diese Aspekte miteinander – und unterstreicht die Botschaft mit dem Slogan: „connect to your senses“. Mit wachen Sinnen durch das Leben gehen, sich in einer immer schnelleren und virtualisierten Welt auf das Wesentliche besinnen und pulsierende Lebensfreude spüren – dafür stehen die Düfte des kleinen Hamburger Parfum-Ateliers.

Gemeinsam mit dem jungen, aus Frankreich stammenden Parfumeur Clément Salva kreierte Heike Hegmann einen Duft, den es so noch nicht gibt. Besonders die Kanadische Hemlocktanne übte auf die Hamburger Duft-Expertin eine ganz besondere Inspiration und Faszination aus. Durchaus wagemutig scheute Heike Hegmann nicht den Schritt einen eigenwilligen Duft zu schaffen. Nicht glatt geschliffen, seelenlos und allgemein-gefällig sollte der Kollektions-Erstling In the Woods werden, sondern eine Hommage an die kraftvolle Stille und berührende Mystik des Waldes. Hierzu wurde nicht einfach nur irgendeine Solo-Waldnote verwendet, nein, es kamen gleich drei unterschiedliche Noten ins olfaktorische Spiel. Sowohl Kopf-, Herz-, als auch Basisnote sind bestimmt vom intensiven Duft des Waldes. Für die Kopfnote wurde die bereits erwähnte Kanadische Hemlocktanne gewählt, im Herzen ist es die Sibirische Kiefer und die Basis bettet sich auf Nordamerikanischer Balsam-Tanne. Wer nun vielleicht Angst vor allzu viel Holz hat, der wird verblüfft sein, denn In the Woods duftet weniger holzig, als man das vielleicht erwarten würde. Das liegt vor allem an der Tatsache, dass weniger die Tannenhölzer verwendet wurden, als deren duftenden und wohltuende Balsame aus Nadeln und Zapfen. Das sorgt dafür, dass dieser Duft so schmeichelhaft wirkt und sich in balsamisch-harziger Wärme sonnt.

Als Gegenenpol dazu, verleihen eben jene Tannenharze auch diese wunderbar sanfte Kühle, die ich als lindernd und wohltuend empfinde. Ja, das ist tatsächlich schwer zu beschreiben, das muss man auf der eigenen Haut erfahren, um nachvollziehen zu können, was ich meine. In the Woods scheint zwischen Wärme und Kühle zu schweben, wird getragen von der Dichte der Duftnoten und ihrer Intensität. All das mutet durchaus mystisch an und vermittelt eine unverfälschten Blick auf den Wald. Aber natürlich tragen auch die anderen Duftnoten gekonnt zu diesem Gesamtbildnis bei.

Kopfnote: Hemlocktanne, Rosa Pfeffer, Wacholder, Galbanum
Herznote: Pinie (Kiefer), Elemiharz, Schwarzer Pfeffer, Geranium, Minze
Basisnote: Tannenbalsam, Labdanum (Zistrose), Zedernholz, Kaschmirholz, Ambra

Die Kopfnote wird sanft akzentuiert vom typischen Prickeln des Rosa Pfeffers. Gerade so viel, dass Wacholder nicht die würzige Überhand gewinnt und Galbanum nicht für zu forsche Frische sorgt. Galbanum mausert sich überhaupt in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem meiner Lieblinge. Auch hier mag ich wieder diesen sehr speziellen Touch und die eigene Handschrift, die hiervon stammt. Ein wenig harzig, grün-kräutrig und sagenhaft schön waldig und weich.

Im Herzen dominiert der Duft der Kiefer, die Unterstützung von der sachten Kühle der Minze und dem sanft blumigen Geranium erhält. Eine vortreffliche Wahl, sorgt doch diese Kombination genau für diesen Hauch Mystik und luftig-ätherische Präsenz, die die Wälder dieser Erde, stets umweht. Glücklicherweise hält diese Note schier endlos an, ich kann davon gar nicht genug bekommen und werde nicht müde, wieder und wieder an mir zu schnuppern. Wohlbefinden und Zufriedenheit, aber auch verspielte Unbeschwertheit das ist es, was hier transportiert wird.

Als kraftvoll und anrührend empfinde ich auch die Basis von In the Woods. Hier ist es wieder, das harzige Tannengrün meiner Kindheit. Die, von der harten, bei Wind und Wetter stattgefundenen Waldarbeit, schwieligen und aufgesprungenen Hände meiner Oma, rochen jahrelang genau so. Ein berührender Duft für mich, der stets Schutz, aber heute auch Lebensmühe und harte Arbeit für mich transportiert. Hier, in der Basis von Heike Hegmanns erstem Duft, zeigt sich die wärmende, umhüllende Eigenschaft des Tannenbalsams ganz besonders schön. Seite an Seite mit kostbarem Labdanum und der trockenen Wärme von Zedern- und Kaschmirholz, sorgt besonders das gefühlvoll dosierte Ambra für eine tiefgehende Sinnlichkeit im ursprünglichen Wortsinne.

In the Woods ist außerordentlich kraftvoll und spendet mit seiner Ursprünglichkeit einerseits Trost, Zuversicht und wohltuende Wärme. Anderseits sorgt der einzigartige Duft für angenehme Frische und kühlende Linderung. Im Mittelpunkt stehen ganz unmissverständlich und unverkennbar, die berauschenden Düfte des Waldes in all seinen Facetten. Die fein austarierten Duftnoten malen ein Duftgemälde, das einem olfaktorischen Sternschnuppenregen im Vollmondlicht gleicht.

Ein echter Geheimtipp, der sicherlich die Herzen zum Schmelzen bringen wird. Chapeau, liebe Frau Hegmann, der bezaubernde In the Woods wandert stante pede auf meine Weihnachtswunschliste!

Und Ihr, meine Lieben, müsst bitte unbedingt testen – und dann die Augen schließen, genießen und – um es mit Heike Hegmanns Worten zu sagen – connect to your senses.

Viele liebe Grüße
Euer Waldmädchen Evelyn

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Autor

Evelyn

Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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