Emmanuel Levain – Teil 1

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Auf den Spuren von Emmanuel Levain

Erst kürzlich hat eine weitere, ganz neue Kollektion bei uns im Shop Einzug gehalten. Emmanuel Levain ist der neue Star am Parfumhimmel und kommt aus der schönen Schweiz. Viel an Zusatz-Infos konnte ich nicht herausfinden, so sehr ich mich auch bemüht habe. Also begnügen wir uns mit dem offiziellen Material, das uns zumindest verrät, dass das Label in Genf gegründet wurde und das gemeinsame Baby von Namensgeber Emmanuel Levain und seiner Partnerin Cécile de los Rios ist. Weiterhin erfährt man, dass die beiden auch Inhaber eines Spas sind. Den Rest verbuche ich mal diskret – sorry! – unter Marketinggeschwätz. 😉 Denn, mal ehrlich, „Eine Kollektion einzigartiger, betörender und außergewöhnlicher Parfums, die nach olfaktorischen Erinnerungen geschaffen wurden“ und weiter „eine intime Harmonie zwischen Umwelt und Individuum entstehen lassen, ein Gefühl von Wohlbefinden und Gelassenheit“ und dabei dann „eine Einladung des Wohlbefindens und der Sinnlichkeit“ darstellen, soweit nichts neues, oder? Wer will so was denn noch lesen, geschweige denn wissen?

Aber klar ist eben auch, irgendein Pressetext braucht es eben doch, selbst wenn man eher nichts zu sagen hat. Schade, dass Düfte nicht auf Entfernung „sprechen“ und wirken können. Denn dann wäre auch schnell klar, dass diese Kollektion solch sinnfreies Wortgeplänkel nicht nötig gehabt hätte.

EmmanuelLevain

Vier reichhaltige, intensive Eau de Parfums hat der Parfumeur Emmanuel Levain bislang kreiert, die ich Euch heute und morgen vorstellen möchte. Beginnen wir heute mit L’Eau d’Emmanuel, das mit seinem Namen auf eine falsche Fährte lockt. Denn mit Verlaub, ein Wässerchen ist dieser Schönling ganz sicher nicht!

Kopfnote: Bergamotte, Pfirsich
Herznote: Neroli, Osmanthus, Iris, Leder, Ambra
Basisnote: Zedernholz, Weihrauch, Patchouli, Sandelholz

Schon die Kopfnote macht schnell klar, wohin diese Reise geht. Der fruchtige, tatsächlich minimal wässrige Einstieg, kann trotzdem nicht verheimlichen, dass das hier in erster Linie ein herrlicher Iris-Leder-Duft ist. Flankiert von der hauchzarten Fruchtigkeit im Kopf, gehen die Duftnoten schnell ins Herz über und erstrahlen dort in all ihrer Pracht. Eine kühle, erhabene Iris, erdig, kühn und durchaus eigenwillig, daneben ein knautschig weiches, griffiges Leder, ebenfalls sanfte Kühle verströmend und balsamisches, warmes Ambra bestimmen den Herzschlag dieser Kreation. Auf meiner Haut verlieren sich die restlichen Begleitnoten, vielleicht ist Neroli noch ein wenig zu erahnen, im Wesentlichen ist es aber tatsächlich diese Iris-Leder-Melange, die hier für Herzklopfen sorgt. Ich mag das sehr und genieße dieses Wechselspiel aus weicher Klarheit und kühleren Nuancen.

Später dann, dann geht das Strahlen und die Leuchtkraft von L’Eau d’Emmanuel mehr und mehr in warme Streicheleinheiten über. Die Basis gewinnt an Einfluss, dort bahnen sich duftende Hölzer und kostbare Harze ihren Weg, sorgen an der Seite von erdigem Patchouli und cremig-weichem Sandelholz für einen ganz wunderbaren Duftausklang.

Mystic Datura

Ein wirklich schöner und gelungener Einstieg! Ob Mystic Datura da mithalten kann? Der obligatorische Blick auf die Duftnoten offenbart folgendes:

Kopfnote: Pfirsich, Orangenblüte, Jasmin
Herznote: Datura, Heliotrop, Weiße Blüten, Vanilleblüte, Ambra
Basisnote: Zedernholz, Patchouli, Weißer Moschus, Sandelholz

Holla die Waldfee, hier geht’s unumwunden zur Sache! Köstliche Frucht-Akkorde, in der Hauptsache rotbackige, samtige, saftige Pfirsiche, verbünden sich mit Jasmin und machen so schon die Kopfnote zum Fest für die Sinne. Gleichzeitig verströmt aber auch schon die Protagonistin ihren prachtvollen und betörenden Duft. Süßlich, üppig, intensiv, so lockt die Herznote, die zusätzliche Kraft durch vanilleartigem Heliotrop und einem Meer aus weißen Blüten erfährt. Tuberose, ganz sicher, noch mehr Jasmin, flirrende Orangenblüten und immer wieder diese göttliche Datura. Ungezähmt und wild. Verschwenderisch dosiert und prachtvoll in Szene gesetzt. Gleichzeitig sorgen hier jedoch trockene Holznoten, dunkel und sinnlich, für den Touch exotischer Mystik und tiefer Sinnlichkeit. Wohlig schmiegen sich die Edelhölzer an den watteweichen, nicht ganz unschuldigen Moschus und sorgen damit für enorme Spannung, bei gleichzeitiger Suchtgefahr.

Datura by w-photography

Das ist ein Duft, wie gemacht für mich! Einerseits sehr sinnlich, feminin und verführerisch, anderseits aber gespickt mit einem Hauch holziger Herbheit und dieser Prise Extravaganz, die Mystic Datura so besonders macht. Wer Datura liebt, aber mit Keiko Mecheris Sexbombe Datura Blanche Probleme hat, der sollte unbedingt Emmanuel Levain Kreation testen und dieser Versuchung nicht widerstehen.

Wow, welch ein schöner Auftakt zu dieser neuen Kollektion! Morgen stelle ich Euch die beiden anderen Duft-Kreationen vor. 🙂

Bis dahin,
alles Liebe für Euch!
Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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