Agonist – No. 10 White Oud

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Kristallklare Schönheit aus dem hohen Norden

Agonist, unser Lieblings-Label aus dem hohen Norden, feiert seine zehnte Parfumkreation gebührend mit einem passenden Duft namens No. 10 White Oud. Ja – und vielleicht habt Ihr das Munkeln und Raunen auch schon vernommen – dieser Duft ist kein Oudduft. Vielmehr noch, Oud taucht nicht einmal in der Duftpyramide auf. Und jetzt? Ein Oudduft, der dem Namen nach vorgibt einer zu sein, der aber in Wirklichkeit gar keiner sein will? Das wollen wir doch genauer wissen, oder nicht?!

Schauen wir uns also ganz flink die 10 Duftnoten an, die eben das auch sofort bestätigen:

Kopfnote: Ylang-Ylang, Maiglöckchen
Herznote: Mai-Rose, Veilchen, Patchouli, Tonkabohne
Basisnote: Weißer Moschus, Nagarmotha, Hölzer, Ambra

Agonist - No. 10 White Oud

Agonist – No. 10 White Oud

Im ersten Moment erinnert mich No. 10 White Oud sehr an Montales White Musk. Dieselbe feindosierte Sauberkeit, gebettet in pudrigweiche Blüten, das ist tatsächlich eine ganz ähnliche Richtung. Mit dem großen Unterschied, dass White Musk so bleibt, geküsst von seidig-cremigen Nuancen und einer stilvollen, geheimnisvollen Zärtlichkeit. Die Interpretation von weißem Adlerholz dagegen ist aus meiner Sicht eher ein wunderbar ausbalancierter, blütenreiner Wäscheduft. Sauber, gestärkt und deshalb gleichzeitig kuschelig und rau. Das ist also der große Unterschied zur Seide. Hier haben wir es eher mit Baumwolle zu tun, nicht minder anziehend, aber doch ganz anders. Besonders das Maiglöckchen in der Kopfnote stiftet diese strahlende Weichheit, die glitzrig durchwoben erscheint von hauchfeinen, gleißendhellen Sonnenstrahlen. Sonnenstrahlen, die es hindurch drängt, durch das satte, tuffige, watteweiche Wolkengebilde aus drei verschiedenen Moschus-Akkorden. Denn trotzdem bleibt der Duft eigenwillig geballt, gebündelt fast, bewegt sich kaum heraus aus seiner Haut.

Die pudrige Sauberkeit wird im weiteren Verlauf immer seifiger, gleichzeitig auch einen Touch sanfter und blumiger. Die Mairose verströmt ihr schönstes Odeur und gemeinsam mit dem anmutigen Veilchen, sorgt sie für verführerischen Liebreiz. Dabei bleibt es weiterhin angenehm kühl, ganz weit weg von orientalischer Gluthitze. Diese kommt auch dann nicht auf, wenn zunehmend Patchouli und Tonka ins Spiel geraten. Vielleicht wird es ein wenig wärmer, ja das durchaus, doch in der Tendenz bleibt No. 10 White Oud die kühle Schönheit aus dem hohen Norden. Daran ändern auch Nagarmotha, trockene Hölzer und balsamisches Ambra in der Basis nichts.

Le cristal dore by jjuuhhaa

Le cristal dore by jjuuhhaa

Klingt jetzt wahrscheinlich komplizierter als es ist, denn in Wirklichkeit ist die No. 10 aus dem Hause Agonist nicht wirklich kompliziert. Der Name ist es, der dem Duft vielleicht ein wenig im Wege steht. Liebhaber der rauchig- orientalisch-ölig-harzigen Adlerholznoten werden schreiend das Weite suchen, denn hier werden diese, definitiv nicht finden, was sie begehren. All jene aber, die einen leisen, fast zärtlichen Duft suchen, einen wirklichen Understatement-Duft, der Klarheit, Wachheit und gepflegte Sauberkeit verströmt, die werden hier fündig.

Um es auf den Punkt zu bringen: No. 10 White Oud ist ein watteweicher Wohlfühlmoschus mit hohem Kuschelfaktor, der vor allem auch der Sauberduft-Fraktion gefallen wird. Tragbar ist dieser Duft fast immer, ich kann mir kaum vorstellen, dass man damit anecken könnte. Auch bei den Jahreszeiten bleibt man flexibel, somit sehe ich White Oud als echten Immergeher.

Na, wie isses? Ist das was für Euer wertes Näschen? 🙂

Herzliche Grüße
Eure Evelyn

Ice flowers by the-little-boo

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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