Atelier Cologne – Pomélo Paradis

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Manche Labels liebt man einfach mehr als andere und für die Italiener von Atelier Cologne, hege ich immer schon eine gewisse Schwäche. Und das nicht nur der Düfte wegen. Das kleine Label ist auch für seine kleinen Geschichten bekannt, die sie um die Düfte herumstricken. Nur wenige Sätze zumeist und doch, wird davon immer ganz großes Kopfkino in Gang gesetzt. Seht selbst:

War er verrückt, die ganze Nacht zu fahren, nur um sie möglicherweise zu sehen? Vielleicht war es das Adrenalin oder der Schlafmangel, aber als er an ihre gemeinsamen Augenblicke dachte, blieb das Wort ‚Schicksal‘ in seinem Kopf hängen. Der rote Sonnenaufgang leuchtete hell und er fuhr schneller. Es gab keine Wahl, er musste sie sehen.

Hach! Ich liebe es! Nicht zuletzt deshalb, weil ich mich durch den Text zu Pomélo Paradis in sekundenschnelle an meine eigene Love Story erinnert fühle, die vor 16 Jahren ganzheftig und unerwartet ihren Lauf nahm. Eine Liebe aus dem Netz, damals noch abtrünnig und ganz verboten aufregend. Wie Aliens kamen wir uns im Jahr 1999 vor, wie zwei Glückskinder, die einen doppelten Sechser im Lotto hatten. Die Nadel im Heuhaufen entdeckt, diese eine Seele wiedergefunden, die man so lange vermisst hatte. Und wie oft ist mein Liebster damals die fast 400km zu mir gefahren! Mitten in der Nacht losgefahren, nur um mich morgens Wachküssen zu können. Umwege in Kauf genommen, nur um einen Kaffee mit mir trinken zu können. Strafzettel in Kauf genommen, nur um mich nach der Arbeit auf dem Parkplatz überraschen zu können. Hach! Ja, damals wie heute, sind wir glücklich über unseren Glückstreffer und unseren Mut, das Glück feste beim Schopf zu packen und festzuhalten. Ja, verrückt das war er, das war ich, wir beiden gleichermaßen. Nacheinander und für einander. Glücklicherweise heute noch. Und manchmal fährt er noch immer ganze Nächte durch, nur um ganz bald wieder bei mir und in unserem Zuhause zu sein, daran hat sich nichts geändert.

Wie Ihr also seht, diesmal war es gar nicht so sehr der Duft, der mich inspirierte, es war die Story dahinter, die mich neugierig werden ließ. Und was sich da dann offenbarte, das glich einem olfaktorischen Frühlingsbeginn mitten im tiefsten Winter. Das Licht der aufgehenden, glutrot leuchtenden Sonne, ja ich kann es hier genau spüren, kann es entdecken, genießen und mich daran wärmen, während da draußen fette Schneeflocken vom dicht verhangenen Himmel gleiten.

Lasst uns einen Blick auf die Duftpyramide von Pomélo Paradis werfen:

Kopfnote: Pampelmuse, Mandarine, Schwarze Johannisbeere
Herznote: Orangenblüte, Bulgarische Rose, Minze
Basisnote: Vetiver, Iris, Ambra

Ahhhhhhhhhh! Mon Dieu, was ist das schön!

Es prickelt, es perlt und es zischt! Mir ist’s als hätte der Frühling mich persönlich an die Hand genommen und tanzt mit mir nun einen Tanz der Freude. Lebensfroh, ungebändigt und mit herrlicher, heiterer Fruchtigkeit. Pampelmuse, Mandarine und Schwarze Johannisbeeren. Besonders die Johannisbeeren drängen sich nach vorne, kitzeln mit sanfter Säure und herbsüßer Fruchtigkeit. Ein echter Traumstart! Traditionell und klassisch wie ein Cologne und eben doch ganz anders als man so denkt. Wärmer und sinnlicher irgendwie. Nachdem die Herznoten sich ein wenig setzen und die grasigen Minz-Akkorde mit den fruchtig-klaren Rosenoten anbändeln, entfaltet sich mehr und mehr die ganz wunderbare Tiefe der Basis.

Dank der Konzentration von 15% offenbaren sich dann nämlich die salzgeküssten Vetiver-Nuancen und die erdig-cremigen Irisnoten. Ambra sorgt dafür, dass gleichzeitig kuschelige Wärme aufkommt und all das auch lange auf der Haut haftet und dieser wundervolle Frühlingstraum ganz, ganz lange und ausgiebig gekostet werden kann.

Pomélo Paradis, we love you! ♥

Frühlingsgeküsste Grüße
Eure Evelyn

PS: Nach all den – zugegeben, wirklich tollen – reichhaltigen und oft üppigen Ouddüften, war ich nun reif für die Sonneninsel und eine kleine Auszeit. 🙂

Atelier Cologne - Pomélo Paradis

Atelier Cologne – Pomélo Paradis

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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