Acqua delle Langhe – Teil 1

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Eine Hommage an die Heimat

Manchen Menschen wird die Liebe zum Parfum schon in die Wiege gelegt, bei anderen bildet sie sich im Laufe eines Lebens heraus. Manche gehen dann mit viel Passion in diesem Hobby auf, andere finden sogar ihre wahre Berufung und schlagen einen beruflichen Weg ein, der sich mit der Welt der schönen Düfte befasst.

Alberto Avetta war bereits von Kindesbeinen an fasziniert und begeistert von Parfums. Seinen ersten eigenen Flakon kaufte er als Jungspund vom zusammengesparten Taschengeld und er erzählt, dass sich dieser noch heute in seiner Sammlung befindet. Ein Parfum-Liebhaber durch und durch also. Die Idee zum eigenen Parfum-Label schlummerte lange schon in ihm und reifte über die Jahre mehr und mehr zur planbaren Vision heran. Im Jahre 2012 gründete er Acqua delle Langhe und kreierte mit Hilfe eines befreundeten Parfumeurs, seinen ersten Duft der Kollektion. Die Ansprüche an Qualität und Herkunft der Duftstoffe sind natürlich – selbstredend bei üblichem Marketinggeplänkel! – die allerhöchsten, das versteht sich ja (ungelesen!) schon irgendwie von selbst. Ja, das langweilt irgendwie. Gleichwohl ich schon auch verstehen kann, dass man die hohe Qualität betonen möchte, wenngleich ist sie einfach vorauszusetze. Nunja. Lassen wir das und konzentrieren und stattdessen auf die Düfte.

Acqua delle Langhe

Acqua delle Langhe

Interessanterweise sind sämtliche Namen der Parfums, sogleich auch Namen von Barolo-Weinen. Dieser Umstand ist der Herkunft von Firmeninhaber Alberto Avetta geschuldet, der aus einer der ertragreichsten Weingegenden Italiens stammt. Das kleine Örtchen La Morra, angesiedelt inmitten des fruchtbaren Piemonts, genauer gesagt in der Langhe. Von dort kommen einige der der bedeutendsten Barolos, Namen die man auf der ganzen Welt kennt. Als eine Art Hommage an seine Herkunft und an die Vertrautheit der Heimat, aber natürlich auch zu Ehren der feinen Tröpfchen, entstand so der Name Acqua delle Langhe, sowie die Namen der kreierten Parfums.

Ich würde vorschlagen – starten wir durch! Acht Düfte warten in den nächsten Tagen auf uns, ich bin gespannt und Ihr hoffentlich auch!

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Alba ist unser erster Kandidat, denn wir uns vorknöpfen. Von einem Energieschub voller Eleganz und weiblicher Anmut ist hier die Rede. Außerdem von einem Blütenduft, der clean, weiblich und dynamisch sein soll.

Das sind die Duftnoten dazu:

Kopfnote: Zitrone, Bergamotte, Neroli, Rose
Herznote: Rosmarin, Geranium, Jasmin, Florale Noten, Ginster
Basisnote: Moschus, Zedernholz, Maritime Noten

Alba… Die Assoziation zu dunklem Barolo und Trüffeln hat hier nichts verloren, vergesst das alle ganz schnell wieder! Alba ist das Gegenteil davon – hell, strahlend, gleißend, minimal salzig und irgendwie an Meeresrauschen und Sommerfreuden erinnernd. Die Kopfnote ist erwartet zitrisch und frisch, wird dank Rosen sanft beblümelt, insgesamt gesehen hat aber die Hesperiden-Frische das Sagen. Im Herzen kommt ein wenig mehr Würze auf, kräutrige, grasige Würze, die dem Ganzen ein wenig mehr Tiefe verleihen. Dabei bleibt es aber doch heiter und unbeschwert, sommerlich leicht und leider auch ein wenig stechend. Irgendeine Note eckt hier gewaltig an meiner Nase an, ich komme leider nicht darauf, woher dieser Eindruck führt. Die Basis stimmt mich wieder etwas milder und macht mit ihrem subtilen Salzduft und den sonnenwarmen Treibhölzern Lust auf baldige Sommertage und allem was dazu gehört. So richtig elegant empfinde ich Alba nicht. Eher ein sommerlichfreundlicher Immergeher, der kein Brot frisst und niemandem weh tut. Außer vielleicht meinem empfindlichen Anti-Zitrus-Näschen. 😉

Schnell weiter zu unserem nächsten Test-Kandidaten Cannubi. Wenn ich es jetzt noch richtig in Erinnerung habe, dann war Cannubi auch der erste Duft der Kollektion von Acqua delle Langhe. Beschrieben wird Cannubi als maskuliner, dynamischer Duft, der intensiv beleben und dabei helfen soll, große Herausforderungen souverän zu meistern. Aha. Und das sind die Duftnoten dazu:

Kopfnote: Orange, Zitrone, Grapefruit, Kardamom, Petitgrain
Herznote: Lilie, Rose, Rosmarin, Jasmin
Basisnote: Erde, Rosenholz, Baumflechte, Vetiver, Benzoeharz

Der Auftakt gefällt mir sehr. Die zu erwartende Zitronigkeit ist hier ziemlich gut gemacht, nicht zu künstlich, im Gegenteil, alles wirkt sehr naturnah. Kardamom stiftet den speziellen Hauch zitrisch-ätherische Pfeffrigkeit, mit der man mich meist bekommt, ich liebe Kardamom einfach! Und hier erfüllt er wirklich ganz seinen Zweck und zeigt anschaulich, welche Qualitäten ihm innewohnen. Irgendwo im Wechselspiel zwischen zitrischer Helligkeit und floraler Dichte, oszilliert Cannubi gekonnt, ohne sich allzu deutlich festzulegen. Auf Männerhaut dominiert die wunderbare Würze, die dank ein paar wagemutigen Lilien- und Rosenköpfen, eine weiche Männlichkeit ausstrahlt.

Rosmarin, sowie ein aufregender Akkord aus Erde und Baumflechte sorgt für die angenehme Würze, trägt die luftigen, zitrischen Nuancen und verleiht ihnen Haltbarkeit. Dank Rosenholz hebt sich auch die Basis angenehm ab, vom sonstigen Einerlei, das man dort schon mal vorfindet. So wird Cannubi einerseits zwar zum unkomplizierten „Immergeher“, ist jedoch weit entfernt von gewöhnlich. Ich empfinde Cannubi als aussergewöhnlichen Herrenduft, der auch ausgezeichnet in die jetzt beginnende, wärmere Zeit passt.

Ein interessanter Einstieg in die Kollektion, wie ich finde. Ehrlicherweise keiner der mich jetzt komplett von den imaginären Socken haut, aber Cannubi gefiel mir dann doch wieder sehr gut. Mal sehen, vielleicht schafft er es sogar in den Duftschrank des Liebsten.

Morgen geht es direkt weiter, sechs Duftkompositionen stehen noch auf dem Programm.

Bis dahin,
alles Liebe und viele Grüße!

Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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