Acqua delle Langhe – Teil 3

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Meinen bisherigen Liebling Lirano, habe ich gestern im zweiten Teil entdeckt und für Euch beschrieben. Ich bin gespannt, was uns heute erwartet und wie es mit den Duftkompositionen von Acqua delle Langhe weitergeht. Hattet Ihr schon Gelegenheit die Düfte zu testen und kennenzulernen? Wie gefällt Euch denn der Hintergrund zu Acqua delle Langhe, triggert das etwas in Eurem Innern oder seid Ihr etwa weder Wein- noch Italienfans? Ich für meinen Teil, wäre nun noch schrecklich neugierig, wie denn die Weine schmecken, deren Namen wir ja nun alle kennen. Aber – ich bin kein Weintrinker und schon gar kein Freund von trockenen, harzigen und gehaltvollen Rotweinen. Einziger Rotwein, der mich schon durch die halbe Toskana hat rennen lassen, nur um ihn zu finden, war ein Brunello di Montalcino. Dessen körperreiches Aroma aus Himbeeren und schokoladeartigen Vanille-Nuancen war denkwürdig und nie wieder habe ich danach solch einen Wein getrunken. Doch, ich kann so gesehen, schon verstehen, wenn man dieser Thematik erliegt. Würde ich Alkohol besser vertragen, so würde ich bestimmt öfters mal ein Gläschen genießen. So aber bleibt es bei einer weiteren Toskana-Erinnerung, die wir uns noch immer gerne schmunzelnd erzählen.

Zurück zum Barolo und den Parfums von Acqua delle Langhe.

Neirane, unser erster Duft für heute, ist dagegen von feingliedriger Gestalt. Nach einer minimalen Irritation in den allerersten Sekunden, die sehr recht alkoholisch wirken, entwickelt sich Neirane jedoch schnell zum echten Schmeichler. Elegante Femininität, zusätzlich durch die Erhabenheit einer trocken-erdigen Iris verstärkt, lässt schnell das Geplänkel mit der unentschlossenen Bergamotte hinter sich und zeigt was sie kann. Die Eleganz ist seidenweich, glatt und auch deutlich ledrig. Kein abgeliebtes Wildleder, eher ein teures, neues Leder, würzig und aromatisch, dabei deutlich animalisch. Genau dieser Aspekt ist hier sehr feinfühlig heruntergedimmt, damit die feine Eleganz darunter nicht leidet.

Je länger Neirane sich auf meiner Haut befindet, desto weicher und würziger entwickelt er sich. Schnell ist der etwas spitzige Auftakt vergessen, die exotische, vollmundige Süße der Ylang-Ylangblüten verleiht der Struktur lebendige Wärme, gleichzeitig sorgen Kräuter für eine sinnliche, weiche Würzigkeit. Währendessen wabert aus der Basis hier und da schon eine Idee der schier unglaublichen, seidenweichen und einnehmende Schönheit. Eine Schönheit, die die Sinne berührt.

Bevor ich sie noch vergesse – das sind die Duftnoten zu Neirane.

Kopfnote: Bergamotte, Iris
Herznote: Koriander, Kumin, Kamille, Ylang-Ylang, Geranium
Basisnote: Zedernholz, Leder, Moschus

Arborina ist nicht nur unter Weinkennern ein sehr geschätzter Barolo, sondern auch der Name des nächsten Kandidaten. Beschrieben wird Arborina als durch und durch italienisch, dabei elegant und feminin. Folgende Ingredienzien sorgen für eben jenen Eindruck:

Kopfnote: Zitrone, Grapefruit, Bergamotte, Petitgrain, Kardamom
Herznote: Iris, Jasmin, Zedernholz
Basisnote: Rosenholz, Moschus, Iris

In der Kopfnote geht es wenig überraschend ziemlich zitrisch und erfrischend zu. Tatsächlich lassen sich fast schon cologne-artige Vergleiche ziehen, dafür sorgt das schwungvolle Trio aus Zitrone, Grapefruit und Petitgrain. Petitgrain ist immer toll, bringt es doch einen weichen Seidenschleier mit, der sich über die klassischen Hesperidennoten legt. So auch bei Arborina.

Ich fühle mich spontan an Villero erinnert oder auch an Cannubi, die alle drei relativ ähnlich gestrickt sind. Allen gemein ist die anfängliche frisch-zitronige, später dann trocken-holzige Ausrichtung und die weiche, wohlduftende Würze. Arborina verbreitet gute Laune und küsst sonnige Erinnerungen wach.

flowers by BaxiaArt

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Was bleibt uns noch? Sarmassa. Die Beschreibung sagt über den Duft, dass er geheimnisvoll, sinnlich und zart-pudrig duftet. Mich machen vorallem auch die Duftnoten an oder wie geht es Euch dabei?

Kopfnote: Zitrone, Orange, Zedernholz
Herznote: Moschus, Honig, Gewürze, Vanille, Ambra
Basisnote: Harze, Pudrige Noten

Die Kopfnote ist geprägt von zitrischer Frische (jaja, das mag man bei Acqua delle Langhe offensichtlich ganz gerne! *gg*), die jedoch eher verhalten auftritt und schnell an Tiefe und Sinnlichkeit gewinnt. Dank Zedernholz strahlen die Hesperiden weniger saftig als gewöhnlich, stattdessen sind sie in der Tendenz eher trocken und angenehm würzig. Diese körperwarme Würzigkeit verstärkt sich auch im Herzen zusehends, gewinnt außerdem ein wenig an erwachsener Süße und Vanillepuder. Ein paar sacht dosierte Honigtropfen suchen sich ihren Weg und laden dazu ein, sie vom Mundwinkel zu küssen. Ja, hier macht sich durchaus Sinnlichkeit breit, das ist nicht von der Hand zu weisen. Die weichen, balsamischen Harze und der feindosierte Hauch von Puder unterstützen dieses Unterfangen zusätzlich und zaubern eine Atmosphäre aus Begehren herbei. So ganz lässt sich Sarmassa nicht greifen, das macht jedoch ein Teil der Faszination und des Geheimnisses aus. Oftmals sind ja die spannendsten Dinge, genau jene, die sich uns ein wenig zu entziehen scheinen. In diese Kategorie gehört auch Sarmassa.

Probieren sollten all jene Sarmassa, die Ausschau halten nach unaufdringlichen Düften, die auch im Alltag einen dezenten Hauch Erotik und Sinnlichkeit verleihen. Die feminine Ausstrahlung ist edel und subtil, auch vor triefender Honigsüße muss sich hier niemand fürchten, denn diese wird ganz herrlich würzig in Zaum gehalten. Ein wirklich toll gemachter und richtig feiner Duft!

Und auch das Ende der Kollektion von Acqua delle Langhe. Wie schnell das doch immer geht!

Fazit: Mich irritierten die Barolo-Namen stellenweise eher ein wenig, assoziiere ich diese eher mit dunklen, gehaltvollen, dickflüssigen Weinen. Die Düfte von Acqua delle Langhe dagegen zeichnen sich (bis auf wenige Ausnahmen), eher durch eine gewisse Leichtigkeit und Transparenz aus. Weißweine hätten meines Erachtens besser gepasst. Aber klar, ich verstehe schon, dass man hier auch eine Hommage an die Heimat, das Weinanbaugebiet vor der Haustüre, kreieren wollte. Aber wir wissen ja: Namen sind Schall und Rauch.

Mein Favorit der Kollektion? Ich hab mein Herz an Lirano verloren, der unbedingt ein Sommerbegleiter für mich werden muss und postwendend auf meine Wunschliste wandert. Außerdem gefielen mir Neirane und Sarmassa auch sehr, sehr gut.

Und Ihr? Habt Ihr schon getestet? Was waren Eure Favoriten oder was macht Euch neugierig? Bitte berichtet doch, wie immer freue ich mich darauf.

Ganz herzliche Grüße
Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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