XerJoff – XJ 1861 – Zefiro

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Das Leben feiern

Zefiro und Naxos sind die beiden Duftneuheiten aus dem Hause XerJoff. Beide erschienen zu Ehren des Italien-Jubiläums, das 2011 gefeiert wurde. Jaja, Italiener feiern eben gerne etwas länger und ausgiebiger, so und nicht anders lieben wir das! Sizilien und seinem pulsierenden Herzen, widmete sich Naxos, den ich Euch hier bereits vorgestellt habe. Und weil auch Zefiro sich überhaupt nicht hinter Naxos zu verstecken braucht, steht dieser heute auf dem Programm.

Kopfnote: Bergamotte, Wein, Harze, Davana
Herznote: Kardamom, Nelke, Zimt, Iris
Basisnote: Honig, Weihrauch, Adlerholz (Oud), Ambra

„Zefiro“ würdigt das Erbe Roms durch seine barock anmutende Alchemie. Konzentriert in einem ausdrucksstarken und auch mysteriösen Parfum, ist es mit der Magie eines Zaubertranks verwandt. „Zefiro“ schafft es, über geheimnisvolle Pfade einen mystischen Duft zu erschaffen, der Himmel und Erde miteinander verbindet.

Zefiro

Zefiro legt direkt sehr würzig und krautig los, was ihn meines Erachtens ziemlich schnell, als tendenziell an die Herren gerichtet enttarnt. Die Kopfnote duftet hocharomatisch, angenehm männlich und feinherb, unterlegt mit ein wenig Bergamottenfrische. Besonders eine sehr spezielle Weinnote stiftet Verwirrung, da man sie nicht so recht einordnen kann. Erst der Blick auf die Duftpyramide lüftet dann das Geheimnis. Mich erinnert das ein wenig an vergorenen Most, gewürzt mit ganz vielen Kräutern. Schmecken würde (mir) das wahrscheinlich nicht unbedingt, es duftet aber ganz hinreißend schön. Und sehr ungewöhnlich. Wer bei den Gewürzen Zimt, Nelke und Kardamom an Glühwein denkt, der liegt dennoch falsch, das war auch meine Erwartung. Nein, es ist nicht der fertige Wein, der hier dominiert, eher lässt es mich an etwas hefe-ähnliches denken. Weinhefe beim Gärprozess? Ich habe meine Kindheit in einer württembergischen Weinstadt verbracht und als Kind so mancher Weinlese beigewohnt, möglicherweise triggert dieser Duft gerade meine Erinnerungen an eben jene Zeit, obwohl ich es vom reinen Wissen gar nicht so richtig erklären kann. Also das müsst Ihr wirklich selbst testen und dann entscheiden, ob es sich hierbei nun um fertigen Wein oder noch Most und Weinhefegeruch handelt. 😉 Eigentlich auch egal, denn schön ist das allemal!

Roma von Juan Ilanos, (CC BY-ND 2.0) via flickr

Roma von Juan Ilanos, (CC BY-ND 2.0) via flickr

Und während ich also noch meinen Erinnerungen nachhänge und meine Nase tief ins Handgelenk vergrabe, entwickelt sich mehr und mehr eine wunderschöne, sehr sanfte Weihrauchschwade. Warm, würzig, umhüllend, weniger sakral, stattdessen knisternd, rauchig und anziehend. Vielleicht ist das aber auch schon das Adlerholz, das hier mitspielt. Es muss ein ganz besonders weiches, dezentes und gefälliges Oud sein, denn es dominiert das Duftgeschehen von Zefiro nicht wirklich. Eher geht es eine Union mit dem Weihrauch ein, beide darum bemüht im anderen nur das Allerfeinste hervorzubringen. Aufgelockert wird diese räucherholzige Angelegenheit von einem sachten Tropfen Honig, der zähfließend und dunkelschimmernd auf die Hölzer und Balsame tropft. Dabei bleibt Zefiro trotzdem markant und unsüß, es muss keiner den pappigen Honigbären fürchten. Samtiger Amber und wohligwarme Balsame runden die Komposition sehr gekonnt ab.

Ja, die Anspielung auf den Zaubertrank kann ich durchaus nachvollziehen. Unbedingt testen sollten all jene, die es nach würzigen, sacht rauchigen und seidig umhüllenden Düften gelüstet.

Viel Vergnügen beim Testen
wünscht Euch

Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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