Huitième Art – Shermine

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Iris, so zart wie weißes Fell…

Hätte man mich vorher gefragt, ich hätte wetten können, dass Shermine ebenfalls im weißen Kleid daherkommt. Doch dem ist nicht so, zumindest gekleidet ist Shermine nämlich ganz in Schwarz, – wenngleich sich der Duft eben doch, als mehr weiß, statt schwarz entpuppt. Der umtriebige Pierre Guillaume hat die Huitième Art Collection verstärkt und dieser mit Shermine einen Neuzugang gegönnt. Der klangvolle Name Shermine entstand übrigens auf einem Wortspiel zwischen „ermine“ (franz. für Hermelin) und dem „s“ der Iris, die hier eine dominante Rolle einnimmt. Über das Tragen von Pelzen lasse ich mich hier besser nicht aus, man sollte meinen, solcherlei Tierquälereien müssten längst schon verboten sein…!! Umso schöner also, wenn man sich stattdessen mit der Idee eines Hermelins zum Aufsprühen anfreundet und das dann bitteschön ganz tierleidfrei genießt.

Kopfnote: Zitronenschale, Pfeffer
Herznote: Iris, Kardamom, Rosenholz, Lavendel
Basisnote: Guajakholz, Vetiver, Patchouli, Vanille, Moschus

Angora Texture von Praises139, (CC BY-SA 2.0) via flickr

Angora Texture von Praises139, (CC BY-SA 2.0) via flickr

Eine sanfte, dennoch aber prickelnde und herbfrische Pfeffrigkeit eröffnet das Schauspiel und fesselt sofort die Aufmerksamkeit an das Geschehen. Darunter lässt sich schnell Wärme und Geborgenheit erkennen. Lavendel, wunderbar klar und sauber, und eine Idee von holzigen Rosennuancen stiften sachte Blumigkeit, die man sich jedoch eher als stilvolle Untermalung, anstatt als Wuchtbrumme vorstellen sollte. Die pudrig-trockene Iris erhält durch den würzig-kühlen Kardamomhauch einen ganz neuen, ungeahnt aufregenden Twist. Changierend zwischen flauschiger Wärme und seidiger Kühle, bewegt sich Shermine grazil und anmutig zwischen diesen beiden Polen. Pierre Guillaume hat ganze Arbeit geleistet und seine Idee von Pelz gekonnt und kunstvoll in Duftnoten umgesetzt. Der Duft verströmt sachte Wärme und Tiefe, ist dabei kuschelig und streichelweich auf elegante Art und Weise, genau wie die herrlich flauschigen Decken von Winterhome (Seal Ivory!), die übrigens wirklich traumhaft, wenn auch leider irre schwer, sind. Für eine große, ausladende Couch-Landschaft jedoch ein echter Wintertraum, den Zwei- und Vierbeiner gleichermaßen lieben. Das aber nur am Rande, vielleicht hat jemand noch einen Weihnachtswunsch frei…

Die Komposition um Shermine gewinnt, je länger sie auf meiner Haut verweilt und die ausdauernden Duftmoleküle sich mit dieser verbinden. Kaum kann ich noch die Grenze zwischen Haut und Fell ausmachen, alles verschmilzt ineinander, dafür sorgen vor allem die Anleihen von Guajakholz und Vetiver, die gemeinsam einen soft-ledrigen Hautakkord kreieren. Erdiges Patchouli und cremiger Moschus, hauchzart von rauchig-süßlicher Vanille geküsst, geben der luftigen, federleichten Komposition Halt und Ausdauer.

Feather Light von Peter Castleton, (CC BY 2.0) via flickr

Feather Light von Peter Castleton, (CC BY 2.0) via flickr

Shermine braucht tatsächlich ein wenig Zeit um sich ganz entfalten zu können. Und ich möchte Euch wirklich ans Herz legen, keinen anderen Duft zeitgleich zu testen. Shermine ist kein lauter Haudegen, kommt eher sanftmütig daher und kann sich infolgedessen nur schwer gegen die Präsent von Großkalibern behaupten. Und das wäre wirklich jammerschade, denn eben diese elegante Zurückhaltung macht den Reiz dieser Kreation aus. Der pudrig-holzige Duft punktet durch seine ineinanderfließende, einhüllende Weichheit, die rings um die Klarheit und der erhabenen Eleganz der Iris aufgebaut wurde.

Damit liegt man immer richtig, ich bin sicher, Shermine entwickelt sich zum Erfolgsduft, zum wandelfähigen Immergeher, mit dem man immer auf der sicheren Seite ist.

So liebe selbst ich weißen Pelz, so zart und einladend, da wird kaum einer widerstehen können.

Viele liebe Grüße
Eure Evelyn

Shermine

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

2 Kommentare

  1. LIebe Evelyne,

    danke für deine charmante review.

    Ich finde es allerdings sehr traurig, dass hier auf diese Firma hingewiesen wird (Winterhome), die Decken aus Seal anbietet (Robbenfell, dazu werden Robben grausamst ermordet).

    Echter Pelz sollte vollständig aus der Modeszene verschwinden, da mit jedem Pelz
    Grausamkeit an Tieren verbunden ist. Und es inzwischen Kunstpelze gibt, die
    leicht, wärmend und attraktiv sind.

    Ich bin sehr sehr traurig und schockiert über die Grausamkeit der Menschen gegenüber Menschen,
    aber auch von uns Menschen gegenüber anderen Lebewesen.

    Auch bei der Kosmetik vermisse ich mehr Firmen, die vollständig auf Tierversuche verzichten,
    nicht in China herstellen lassen, da in China Tierversuch gesetzlich vorgeschrieben ist.

    Liebe Grüsse
    Ute

  2. Liebe Ute,
    danke für Deinen Kommentar.
    Die Decken der Firma Winterhome sind selbstverständlich NICHT aus echtem Fell hergestellt!!
    Ich hatte ja bereits im ersten Abschnitt erwähnt, dass ich persönlich vollkommen gegen Pelz bin und käme niemals auf die Idee hier etwas mit echtem Pelz vorzustellen. Teile da voll und ganz Deine Meinung und bin selbst immer wieder schockiert wie Tier unter dem Menschen leiden müssen.

    Schau, hier antwortet Winterhome selbst auf diese Frage:
    „Unsere Felle sind perfekte Imitate und stammen von keinen echten oder lebenden Tieren. Die Fellimitate sind aus hochwertigen Acryl- oder Modacrylfasern oder Mischungen und weisen eine gute Licht- und Farbechtheit auf. Modacryl ist zudem schwer entflammbar. Die Fellimitate sind gestrickt. “
    Mehr Infos unter: http://www.winter-home.com/faq

    Liebste Grüße
    Evelyn

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