Atelier Cologne – Oud Saphir

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Entschuldigung, kennen wir uns nicht irgendwoher?

Bereits einige Male schon, habe ich mich als Fan der Parfum-Geschichten von Atelier Cologne geoutet und auch dieses Mal entführen die gekonnten PR-Worte ins Reich der (eigenen) Fantasie:

„Ihre Entscheidung war endgültig. Sie würde das Leben nach den Regeln anderer nicht weiter fortsetzen. Seine tiefen saphirblauen Augen zu sehen und die Ruhe in seiner Stimme wieder zu hören, das waren die einzigen Dinge, die nun zählten. Zusammen mit ihm fühlte sie sich endlich dazu bereit, ihre eigene Geschichte zu schreiben.“

Oud Saphir erzählt die Geschichte einer unabhängigen Frau, die ihr Schicksal in die eigene Hand nimmt. Die eigene Geschichte zu schreiben ist durchaus jedem Mensch, nicht nur jeder Frau, zu empfehlen. Denn, wenn wir nicht dieses Leben leben, welches dann? Im Moment haben wir nur das eine, also machen wir doch das Beste daraus und füllen es mit unserer lebendigen Geschichte, wie auch immer diese aussehen mag.

Kopfnote: Bergamotte, Ambrette, Rosa Pfeffer
Herznote: Veilchenblätter, Jasmin, Wildleder
Basisnote: Adlerholz (Oud), Birke, Vanille

Oud Saphir startet ganz typisch für AT und macht mit einer wunderbaren zitrischen Lebhaftigkeit auf sich aufmerksam. Bergamotte, seidenweich und sehr klar, gespickt von der fruchtigen Würze der Rosa Pfefferbeeren, beide skinnig und sanft untermalt von Ambrette. Die Fruchtigkeit wird zügig in die Höhe geschraubt, fast meine ich Himbeeren zu erkennen, saftig, klein und süß. Doch es ist die knautschweiche Wildledernote, die den Ton angibt. Und ja, natürlich denke auch ich hierbei sofort an Tom Fords beliebten Tuscan Leather oder auch an Aqua di Parmas Leather Colonia. Durchaus, da ist ein ganz ähnlicher Vibe, doch kurz darauf sind auch schon deutliche Unterschiede erkennbar. Dann nämlich, wenn Oud Saphir sich etwas zügelt und dank Vanille und Jasmin, mit einer zärtlichen Cremigkeit und rauchiger Süße durchwoben wird. Dieser süßlich anmutende Rauch ist auch bis zum Schluss recht dominant und duftbestimmend. Rauch, Leder und eine feine, holzig-trockene, sacht herbe Fruchtigkeit. Mhmmmmmm, da kann kaum etwas schiefgehen.

Und Oud? Ja, Oud ist hier vielleicht und wahrscheinlich auch enthalten, doch ist die Dosierung so zaghaft und dezent, dass selbst Phobiker auf ihre Kosten kommen könnten. Trotzdem ist Oud Saphir außergewöhnlich gehaltvoll, damit kann vielleicht der pure Cologne-Fan nicht viel anfangen… Wer sich aber öffnen kann, für einen sinnlichen Schmeichler, der mit buttercremiger Ledrigkeit und fruchtig-süßen Rauchakzenten punktet und äußerst liebenswert zwischen Wärme und Kühle oszilliert, der wird diesen Duft vermutlich lieben und nie mehr wieder missen wollen.

Dank dem gelungenen Spiel mit den verschiedenen Intensitäten und Ausrichtungen, legt sich Oud Saphir auch in der Genderfrage nicht fest. Wie im Netz zu lesen ist, sehen die meisten den Duft als eher maskulin, dem stimme ich zu, was aber natürlich nicht heißen soll, dass genau hier nicht auf der Reiz für das weibliche Geschlecht liegen kann. Womit wir wieder bei der Parfum Story sind. Und gerade eine Frau, die sich aufmacht ihre Unabhängigkeit zu entdecken und ihr Leben neu zu definieren, braucht doch auch einen dementsprechenden Duft, nicht wahr? Aber keine Bange, auch allen anderen wird dieser wirklich feine Kandidat schmeicheln. Und ob da nun genug, zu wenig oder gar kein Adlerholz enthalten ist, mag sicherlich Geschmacksache und stets auch den eigenen Vorlieben geschuldet sein. I like it!

Unbedingt testen, Ladies and Gents, es lohnt sich!

Herzliche Grüße
Eure Evelyn

PS: Im Dufttagebuch findet Ihr Harmens männliche Sicht auf Oud Saphir. 🙂

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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