Terry de Gunzburg – Ombre Mercure Extrême

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Manchmal muss es eben ein wenig mehr sein

Nein, weniger ist nicht immer mehr. Dieser weise Satz mag zwar auf ganz, ganz vieles zutreffen, doch bei weitem nicht auf alles. Manchmal ist mehr, eben doch auch besser. Das dachte sich wohl auch Terry de Gunzburg und machte sich mit ihren Parfumeuren ans Werk um das großartige Ombre Mercure noch großartiger zu machen. Ob das gut geht?

Ombre Mercure Extreme

Kopfnote: Bergamotte, Veilchenblätter
Herznote: Iris
Basisnote: Patchouli, Benzoeharz, Ambra

Aber ja, und wie! War schon der Vorgänger Ombre Mercure ein echtes Träumchen, so entpuppt sich Ombre Mercure Extrême als waschechter Seelenfänger. Im direkten Vergleich zum Erstlingswerk erscheinen die Ingredienzien viel, viel satter, vielschichtiger, fast ölgetränkt und dicht an dicht gewebt. Das Veilchen ist unverschämt kühl und rauchig herausgeputzt und die erhabene Aura der Iris stiftet zusätzliche Eleganz und edle Noblesse. Schillernd und hauchfein, zart und weich wie Libellenflügel, tanzen die Moleküle ihren anmutigen Tanz – und doch kommt man nicht umhin die gewagte Dosierung, die wilde, ungezähmte Kraft dahinter anzuerkennen. Ja, da wird manch einer vielleicht nicht mit zurechtkommen, doch wer dunkelsinnliche, rauchig-würzige Düfte liebt, die mehr Femme Fatale denn Mauerblümchen sind, wird diesem traumhaften Duft mit Haut und Haaren verfallen.

Besonders die aufregende Dosierung der harzigen Anteile sorgt für fesselnde Sinnlichkeit, die gerade auch den lederartigen, glatten Veilchenblättern ganz außerordentlich schmeichelt. Oszillierend zwischen sanfter Kühle und milder, ambra-geküsster Wärme, liebkosen die Duftnoten die Haut.

Bild von Marco Mazzone, (CC BY-ND 2.0) via flickr

Bild von Marco Mazzone, (CC BY-ND 2.0) via flickr

Die sanftblumige Würze ist durch und durch gekonnt arrangiert, nur die Dosierung, die sollte tatsächlich an die gehaltvolle Extrait-Konzentration angepasst werden. Vielsprüher sollten sich unbedingt mäßigen, sonst kommt es schnell zum Overkill und man verleidet sich diesen großartigen Duft. Ombre Mercure Extrême ist einfach wunderbar und hat ganz schnell einen Platz in meinem Duftherz erobert. Übrigens, diese luxuriöse Komposition hatte es auch direkt in meinen Olfaktorischen Jahresrückblick geschafft und dort den Dezember dufttechnisch vertreten. Kein Wunder, hier bleiben keine Wünsche offen und alle, die es gerne etwas intensiver mögen, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten.

Chapeau, Madame de Gunzburg, ich bin mehr als nur angetan! ♥

Viele liebe Grüße
Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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