Keiko Mecheri – Lady Pointe

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Die Welt des Balletts

Ballettmädchen oder Pferdemädchen? In meiner Jugend war man in der Regel eines der beiden. Ich war ein Ballettmädchen. Mit Pferden hatte ich es nie wirklich und erst im vergangenen Jahr gelang es mir, meinen großen Respekt vor den kraftvollen Tieren ein wenig zu verkleinern. Also ging ich damals zum Ballettunterricht. Spät habe ich damit erst begonnen, ich muss schon 9 oder 10 gewesen sein, dafür entflammte die Liebe umso heftiger und der Tanzsaal wurde mein zweites Zuhause. Noch heute kann ich diesen sehr speziellen Geruch von Bohnerwachs und Mädchenschweiß, gemischt mit My Melody Dreams (kennt das noch jemand?!) und Kreide riechen. Der Tanz war durch und durch meine Welt und ich fühlte mich angekommen. Erst ein Autounfall mit gerade mal 18 Jahren, beendete mein heißgeliebtes Hobby und ich hing danach die Spitzenschuhe an die Wand. Dort hängen sie übrigens heute noch.

Copyright: Evelyn Schmitz

Geblieben ist sie aber, die Faszination für Tanz aller Art und vor allem auch fürs klassische Ballett. Kein Wunder also, dass ich mich sofort neugierig auf die neueste Kreation aus dem Hause Keiko Mecheri stürzte. Viel mehr noch, denn ich ließ mich sogar zu einer Blindbestellung hinreißen. Denn, mal ehrlich, wer kann den Duftnoten und der Beschreibung von Lady Pointe schon widerstehen:

Von der Welt des Balletts inspiriert, fängt Keiko Mecheri in „Lady Pointe“ die zauberhafte Stimmung, die große Bühne und die leidenschaftliche Fantasie dieser Kunstform ein. Ihre Idee ist eine olfaktorische Inszenierung von Licht und Schatten. Leder und schemenhafte Akkorde von Blüten vereinen Zartheit und Grazie mit einem tiefen Dunkel. Eine faszinierende Impression der kraftvollen Anmut des Tanzes.

Kopfnote: Zitrische Noten, Schwarze Johannisbeere
Herznote: Orchidee, Wildleder, Rose, Weißer Moschus
Basisnote: Tonkabohne, Patchouli, Eichenmoos, Weihrauch, Sandelholz

Und tatsächlich – ich mag sehr, was sich hier auf meiner Haut entfaltet! Die Eröffnung wirkt heiter und strahlend, Unbeschwertheit liegt in der Luft, aber auch sanfte Noblesse. Die säuerlich-herbe Schwarze Johannisbeere haucht der Kopfnote Spritzigkeit und Power ein, das gefällt mir sehr, sonst wäre es für meinen Geschmack zu beliebig und langweilig. Diese Falle umschifft Madame Mecheri jedoch gekonnt, zumal aus auch dem Herzen bereits Verstärkung nach oben drängt. Und da ist sie auch schon, Keiko Mecheris Ledernote, einer der Gründe, warum ich Lady Pointe blind bestellt habe. Ich liebe Keikos Ledernuancen und mag wirklich jeden ihrer Düfte, in dem sie Leder verwendet. Besonders Bois Satin hat sich mit jedem Spritzer mehr in meine Top 20 hinauf geschlichen. Aber auch A Fleur de Peau oder Cuir Cordoba sind meines Erachtens hinreißend schöne Lederdüfte. Hartgesottene Leder-Fetischisten kommen hierbei freilich nicht auf ihre Kosten, das muss wohl ehrlicherweise gesagt werden.

Da macht auch die schöne Lady des Spitzentanzes keine Ausnahme. Die Wildledernote ist zahm, streichelweich und anschmiegsam. In der Kombi mit hellem Kuschelmoschus ergibt sich daraus ein Skin-Akkord, der einfach wundervoll gemacht ist. Mag ich seeeehr! Die Tendenz zu milder Süße muss man mögen, obwohl ich sie noch als zurückhaltend einstufen würde. Aber das ist, wie immer Geschmackssache, grad bei Süße ist es immer schwierig, jeder legt da seine Messlatte woanders an. Ich persönlich mag süße Düfte, zumindest solange sie nicht nur schlicht süß und pappig sind. Insofern ist meine Aussage diesbezüglich natürlich immer sehr subjektiv. Die fleischigen Rosenblüten scheinen diese Melange jedenfalls zu lieben, sie fühlen sich offensichtlich pudelwohl und belohnen mit reichem, üppig blühendem Flor. Unermüdlich verströmen sie ihren betörenden Duft, der zarte Anklänge von Pfirsich und moosiger, herbfeiner Würze in sich trägt.

Je länger Lady Pointe auf meiner Haut verweilt, desto erwachsener und herb-trockener erscheint die Komposition. Eichenmoos, Patchouli und Weihrauch verleihen einerseits rauchige Luftigkeit, anderseits jedoch auch erdige, dunkel angehauchte Tiefe und Standfestigkeit. Trotzdem bleibt unsere Lady ein eher zarter, skinniger Duft, der mit leisen Tönen, dennoch ausdrucksvoll und vielschichtig zu faszinieren weiß.

Rose Spiced Coffee von T.Kiya, (CC BY-SA 2.0) via flickr

Rose Spiced Coffee von T.Kiya, (CC BY-SA 2.0) via flickr

Applaus also für diese wunderschönen Ballett-Erinnerungen, die ich sicherlich oft und gerne abrufen werde! Und Ihr? Lacht Euch die Spitzentanz-Lady auch so sehr an?

Viele liebe Grüße
Eure Evelyn

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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