Atelier Cologne – Collection Orient – Teil 3

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Geht es Euch auch so? Ich konnte es kaum erwarten, die beiden heutigen Düfte der Collection Orient von Atelier Cologne kennenzulernen! Allerdings fürchte ich langsam schon ein wenig um meinen Sparstrumpf, denn die ersten drei Düfte erwiesen sich bereits schon als Volltreffer. Das könnte also ruinös für mich werden, wenn es auch heute so meisterhaft weitergeht…

Stürzen wir uns also direkt ins duftende Vergnügen, eine meiner allerallerallerliebsten Ingredienzien wartet heute auf uns, die Mimose. Wohl das einzige Gelb, das ich bei uns Zuhause mit Freude dulde, wenn ich das seltene Glück habe und bei meinem Blumenhändler ein paar Stiele auf mich warten. Aber – um die gelbe Mimose geht es heute gar nicht, wie widmen uns nämlich der prächtigen indigofarbenen indischen Mimose!

„Es war drei Uhr morgens. Sie saß in einem Taxi auf dem Weg nach Hause. Sie trug ihr violettes Kleid und sah wunderschön aus. Als sie an einem Jazz Club vorbeifuhren konnte sie die Musik hören, die drinnen gespielt wurde. Sie bat den Fahrer anzuhalten und öffnete die Tür. Sie ging langsam auf den Musiker zu, der im Dunkeln saß und sagte ihm: ‚das ist MEINE Musik‘.“

Kopfnote: Mandarine, Bergamotte, Safran
Herznote: Mimose, Leder, Flieder
Basisnote: Sandelholz, Vanille, Moschus

Das gibt es doch gar nicht! Auch Mimosa Indigo erwischt mich stehenden Fußes und ich kann gar nicht anders als verzückt zu gurren… Achhhhhhh, das wird ja immer schöner! Total verrückt, wie haben Jérôme Epinette, gemeinsam mit Sylvie Ganter und Christophe Cervasel, das nur gemacht?! Alle der bisher getesteten Düfte sind traumhaft schön, das habe ich so nur ganz selten (oder vielleicht überhaupt noch nicht?) erlebt. Verrückt! Noch nie habe ich mir so sehr 30ml Flakons gewünscht, wie hier für diese hinreißend schöne Kollektion.

Mimosa Indigo

Mimosa Indigo ist ganz genau so ein Duft, wie ich ihn mir immer erträumt habe. In der Kopfnote geben sich leuchtend helle Zitrusnoten die Ehre, gekonnt in Szene gesetzt von der immer etwas schroffen, fruchtig-pelzigen Safrannuance. Und da blitzt es auch schon aus dem Herzen hervor, die beiden Hauptdarsteller lassen sich schnell ausmachen, Mimose und Leder, das sind die beiden Schönheiten, die ihren Zunder auslegen. Meine Nase nimmt die Fährte auf, die Sinne lassen sich tief, ganz tief und noch viel tiefer hineinsinken in dieses wunderbare, selten schöne Duftgemälde. Helles, fast weißes Leder! Streichelweich, knautschig, skinnig und kinky. Die indigoblauen Mimosen duften verführerisch und sinnlich, locken mit ihrer gefühlvollen Dichte, die stellenweise fast ein wenig milchig erscheint. Dieser Eindruck wird zusehends verstärkt, durch eine Note, die typisch für Sandelholz-Cremigkeit, changiert zwischen hell und dunkel. Männlein und Weiblein. Dir und mir. Über der cremig-vanillig-kuscheligen Basis tanzt dieser prächtige, einnehmende Mimose-Leder-Akkord, der mir ganz gehörig den Kopf verdreht. In der Ferne erinnert mich dieser Duft an etwas, ich komme nicht darauf, bin aber zu 100% sicher, dass es etwas Schönes, etwas Sinnliches und Begehrenswertes ist. All das ist Mimosa Indigo auch, nur eben noch besser als jede blasse Erinnerung sein könnte. Und besser alles andere was es in diese Richtung vielleicht schon gibt, – obwohl, Jérôme Epinette war hier absolut innovativ am Werk, ich kenne diese Kombi aus keinem anderen Duft. Wie gut, dass da jetzt endlich einer draufkam! Göttlicher Stoff, der dringend in meine Sammlung muss. Sofort.

Puhhhhh, ich getraue mich kaum den bisher letzten Duft zu testen… doch die Neugierde siegt wieder einmal!

„An diesem Abend war der Jazz Club gut gefüllt. Die Töne entsprangen seinem Saxophon mühelos. Eine schöne dunkelhaarige Frau kam näher. Ihr Sinn für die Melodie war offensichtlich. Selbstsicher flüsterte sie ihm etwas zu. Ein Moment, von dem er nur träumen konnte.“

Kopfnote: Clementine, Koriander, Kumin
Herznote: Tabakblüte, Labdanum (Zistrose), Weihrauch
Basisnote: Patchouli, Zedernholz, Tonkabohne

Himmel nochmal, die machen mich verrückt! Tobacco Nuit zeigt von der ersten Sekunde an, wes Geistes Kind er ist. Gehaltvolle, dennoch weiche Würze entströmt der kleinen Glasphiole, durch und durch verführerisch und – tatsächlich orientalisch. Die Komposition basiert auf der Würzkraft von Koriander, Kumin und Tabakblüte. Hier ist der Kreuzkümmel durchaus kraftvoll und „körperlich“ herauszuriechen, doch kein Bange, das ist alles aber nicht unangenehm, sondern mehr anziehend, denn abschreckend. Kraftvoll durchwabert diese Würznote den gesamten Duftverlauf, dem ordnen sich die restlichen Ingredienzien unter. Fließend verschmelzen die balsamischen Duftnoten mit den rauchig-holzigen, die dichtgewebt und tiefgründig einen vibrierenden Unterton erzeugen. Die nussig-süsse Tonkabohne aus der Basis, unterlegt die gesamte Kreation mit einer weichen, sinnlichen Würze, die alles in sanftes, goldgelbes Licht hüllt. Wunderschön und unwiderstehlich – sowohl an Damen, als auch an Herren. Wer sinnliche und verführerische, aber dennoch körpernahe und unaufdringliche Parfums liebt, wird von Tobacco Nuit begeistert sein! Was soll ich noch sagen? Traumhaft und irgendwie überrascht mich das schon nicht mehr, die gesamte Kollektion ist einfach eine Sensation!

Ja, das sind tatsächlich etliche von mir verwendete Superlative für diese Kollektion, doch Ihr werdet selbst merken, dass die Lobeshymnen absolut gerechtfertigt sind. Versprochen! Und ich mache jetzt mal Kassensturz und gehe danach mal in mich, überlege mir in Ruhe, welche der Düfte dringend bei mir einziehen werden müssen. Ich tippe mal auf Mimosa Indigo [Edit: schon passiert!)] und Philtre Ceylan, ganz dicht gefolgt von Encens Jinhae. So eine toll gemachte, hochwertige und wunderschöne Kollektion, Gratulation dazu!!

Viele liebe Grüße
Eure Evelyn, schmachtend und beglückt ♥

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Wenn Passion, Leidenschaft und Berufung zusammenfinden und ineinander fließen, dann kann das nur einen einzigen Grund haben: Aus Liebe zum Duft! :-)

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