Lebenszeichen – ich bin zurück!

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Long time no see – und das gewissermaßen unfreiwillig. Nach ganzen vier Tagen Skandinavien hat sich mein Notebook von mir verabschiedet und mir die Möglichkeit zum Schreiben genommen.
Ich konnte mich also leider nicht melden, dafür hatte ich umso mehr Zeit, mich dem wunderschönen Norden zu widmen.

Über 6000 Kilometer durch Dänemark, Schweden und Norwegen. Noch nie habe ich so viel Zeit im Auto verbracht, aber jede Sekunde hat sich gelohnt. Ich habe unglaublich viele Eindrücke von Land und Leuten gewonnen, ich durfte lange und viel vom Treiben in skandinavischen Städten beobachten und die Ruhe und Vielfalt der Natur genießen.

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Mit dabei war Leopold. Groß genug, um angsteinflößend aussehen zu können und mir somit ein sicheres Gefühl geben zu können, wenn ich nachts alleine mitten im Nirgendwo übernachtet habe.
Insgesamt war er der beste Reisegefährte, den ich mir hätte vorstellen können. Ich konnte alles in Ruhe erleben, meine Zeit einteilen, wie es mir in den Kram passte und die Route anpassen, so oft ich etwas verändern wollte – solange ich nur irgendwann einen Besuch an Seen oder Stränden einplante. Hauptsache Wasser für den Hund, ganz gleich bei welchem Wetter.

Mit Zwischenstopp an der deutschen Ostseeküste begann die Skandinavienreise in Dänemark.
An dänischen Küsten entlang, die Dünen und unglaublich weitläufigen Landschaften bewundernd, führte der Weg mich nach Kopenhagen. Was soll ich sagen? Der Hafen alleine ist schon eine Reise wert. Die bunten Häuser, die vielen Cafés, Waffeln und das dänische Eis haben mich gleich verzaubert.
Weiter über Malmö und das südlichste Schweden ins Smaland – nein, nicht das Ikea-Kinderparadies, sondern tiefe schwedische Wälder und Elche. Leider habe ich keinen wilden Elch gesehen, aber auch die Exemplare in diversen Parks waren imposant zu sehen. Smaland an sich war für mich der Inbegriff des typischen Bildes von Schweden. Wald soweit das Auge reicht, unzählige Seen und Straßen, auf denen man über viele Kilometer hinweg niemandem begegnet.

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Nach dem Aufenthalt in unberührter Natur zog es mich erst nach Jönköping und dann nach Göteborg. Jönköping war ganz nett, aber nichts Besonderes. Göteborg hingegen war eine Stadt, an die ich mich noch lange erinnern werde. Direkt an der westlichen Küste Schwedens bestach sie mit den Schäreninseln direkt vor „der Haustür“ und das tolle Stadtzentrum. Insbesondere „Haga“, gewissermaßen der alte Kern der Stadt, war ein Traum. Ein urgemütlicher Stadtteil mit zahlreichen Cafés, kleinen Läden und Restaurants inmitten der pittoresken Architektur.

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Ab hier zog es mich die Westküste entlang in den Norden bis an die norwegische Grenze. Die Gegend hier oben war mitunter mein Favorit, da die Schärenküsten wirklich imposant und wunderschön anzusehen sind. Noch dazu hat hier das Wetter mitgespielt, sodass ich einige tolle Tage hier verbringen und täglich neue Felsformationen am Meer erklimmen konnte.
Besonders schön waren auch die zahlreichen kleinen, aber gemütlichen Fischerdörfchen und ihre Häfen. Es war wie im Bilderbuch.

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Die nächste Station war Oslo – eine Stadt zwischen Altertum und Moderne. Nicht mein Liebling unter den skandinavischen Städten (und außerdem sehr teuer), aber dennoch eine Reise wert. In den verschiedenen Stadtvierteln treffen die unterschiedlichen Architekturstile und Einflüsse aufeinander. Wenige Minuten Fußmarsch trennen das moderne Aker Brygge von der Altstadt.

Die norwegische Küste entlang bis Kristiansand ähnelte sehr der bereits bekannten schwedischen Landschaft mit ihren Stränden und Schären.
Das „Norwegengefühl“ kam für mich richtig auf, als ich mich von Kristiansand in Richtung Norden aufmachte. Die Telemark ist eine traumhafte Region – sie verbindet Gebirge, dichte Wälder, unbesiedelte Gebiete und unglaubliche Seenlandschaften. Die Tage hier waren „back to the roots“. Eine Holzhütte an einer abgelegenen Straße, etwa 10 Kilometer bis zum nächsten Nachbarn und norwegentypisch ein Plumpsklo. Damit hatte ich zunächst so meine Probleme, aber es gehört in Norwegen irgendwie dazu.

Nach einigen Tagen völliger Abgeschiedenheit führte mich mein Weg wieder zurück nach Schweden – entlang an den großen Seen inmitten des Landes bis zur Ostküste nach Stockholm. Übrigens meine definitive Empfehlung für Städtereisen nach Skandinavien.
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Das schwedische Königshaus, der Reichstag, die Altstadt, es ist alles unbedingt sehenswert. Aber auch ein mehr oder weniger zielloser Spaziergang durch die Stadt, welche auf mehrere Inseln verteilt ist, bietet immer zahlreiche bemerkenswerte Eindrücke. Ich bin gerne vom Hafen durch die Altstadt, vorbei an den Regierungsgebäuden, mit Abstecher über Parks direkt am Wasser, bis über die Drottningsgatan (die Haupteinkaufsstraße) geschlendert. Nebenbei kann man in Stockholm auch super einkaufen – die Schweden haben einfach einen guten Geschmack 🙂

Alles in Allem kann ich Skandinavien nur empfehlen. Ich bin nachhaltig beeindruckt von der wunderschönen Natur, den Küsten und Wäldern. Die Reise war lang und das Autofahren oft anstrengend, aber ich habe jede Minute genossen.
Wer nicht ganz so lange Zeit hat: meine Lieblingsspots waren die Telemark in Norwegen, die Fischerdörfchen an der schwedischen Westküste und Stockholm. Und auf keinen Fall verpassen: Zimtschnecken in Schweden. Ein Gedicht!

Alles Liebe,
Melissa

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